Waren Schweizer Elite-Soldaten in Mali?

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Geheimer EinsatzWaren Schweizer Elite-Soldaten in Mali?

SVP-Nationalrat Lukas Reimann will aus «sicherer Quelle» erfahren haben, dass Schweizer Soldaten eine Mission in Mali geleistet haben. Er verlangt nun Antworten vom Bundesrat.

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Eine Spezialeinheit der Schweizer Armee soll einen zweimonatigen Einsatz in Mali geleistet haben. SVP-Nationalrat Lukas Reimann habe aus «sicherer Quelle» erfahren, dass das Armee-Aufklärungsdetachement 10 (AAD 10) von Januar bis letzte Woche in Nordafrika war, schreibt der «Blick».

«Ich wusste schon länger von dem Einsatz. Jetzt soll der Bundesrat darüber Auskunft geben», sagt Reimann gegenüber 20 Minuten. Er reichte am Montag eine dringliche Anfrage ein – sie soll Licht ins Dunkel bringen. Unter anderem möchte er wissen, wie viele Armeeangehörige im Einsatz standen, wie die genaue Mission ausgesehen hat, wer die Aktion genehmigt hat und ob immer noch Schweizer in Mali stationiert sind.

Das VBS dementiert

Reimann ist sich seiner Sache sicher: «Mein Informant hat mir sogar Bilder von diesem Einsatz gezeigt», zitiert ihn der «Tages-Anzeiger». Gemäss der Quelle sollen die Armeeangehörigen in Mali Botschaften und Diplomaten beschützt haben. Das Verteidigungsdepartement (VBS) widerspricht Reimann. «Es waren keine Schweizer Soldaten in Mali», sagt Sprecherin Sonja Margelist. Auslandeinsätze, die länger als drei Wochen dauern, müssen im Normalfall vom Parlament genehmigt werden.

Die Einheit AAD 10 ist auf Einsätze im Ausland spezialisiert. Zu ihren Hauptaufgaben gehört der Schutz von Personen und Einrichtungen, Beschaffung von Schlüsselnachrichten und die Rettung von Schweizer Bürgern aus Krisengebieten. Viel ist nicht über sie bekannt: Über die Truppengrösse, Bewaffnung und Ausbildung hüllt man sich beim VBS in Schweigen: «Eine Veröffentlichung könnte zu Rückschlüssen auf das Potenzial und die Möglichkeiten des AAD 10 zulassen» heisst es bei der Armee.

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