Arnegg SG«Frauen liegen mit Strings halbnackt vor dem Haus»
Mitten in Arnegg SG plant ein in der Bodenseeregion wohnhafter Ungar ein Erotikstudio. Sehr zum Missfallen der Anwohner.

Das besagte Haus in Arnegg SG, in dem das Bordell sein soll. (Bild: Google Street View)
«Die Frauen liegen mit sichtbaren Strings halbnackt vor dem Haus. Den Abfall entsorgen sie schon mal auf dem Nachbarsplatz. Immer wieder kommen Zuhälter vorbei, bringen neue Frauen und nehmen andere mit», so beschreibt eine Anwohnerin die Situation an der Bischofszellerstrasse 322 in Arnegg gegenüber den «St. Galler Nachrichten».
Puff gibt es also schon, bevor das Puff überhaupt offiziell den Betrieb aufgenommen hat. Denn die Anwohnerin und andere Nachbarn erhielten erst kürzlich Post von der Stadtverwaltung Gossau mit dem Hinweis auf ein Baugesuch an besagter Adresse. «Zweckänderung Wohnung in Erotikstudio», so wird es beschrieben. Der Betrieb laufe laut Anwohnern aber schon seit Wochen. Bisher hätten sie allerdings noch nichts unternommen. Mindestens vier Anwohner wollen nun aber Einsprache erheben. Auch eine Unterschriftensammlung zögen sie laut «St. Galler Nachrichten» in Betracht, «um klar zu zeigen, dass wir gegen ein Puff mitten im Dorf sind».
Wertminderung der angrenzenden Liegenschaften?
Immerhin führe auch der Schulweg direkt an der Liegenschaft vorbei und der zusätzliche Verkehr wegen des Etablissements sei ärgerlich. Hinzu komme, dass der Betreiber die Verlängerung der Öffnungszeiten beantragt hatte: Unter der Woche bis Mitternacht und am Wochenende sogar bis 2 Uhr nachts. Mit in die Einsprache wollen sie aber nicht nur die Lärmbelästigung nehmen, sondern auch die ungeregelte Parkplatzsituation und eine allfällige Wertminderung der angrenzenden Liegenschaften.
Wie ein Anwohner auf Anfrage sagt, glaube er aber nicht, dass sich das Projekt damit verhindern lasse. Zumindest werde es aber verzögert.
Die Liegenschaft liegt in der Kernzone, in der Gewerbebetriebe zulässig sind. Laut Ivan Furlan, Leiter des Hochbauamtes Gossau, wird die Baukommission über die Bewilligung entscheiden. Erst gilt es aber, die Auflagefrist abzuwarten, diese läuft bis am 13. Juni. Werden die Einsprachen abgewiesen, können sie weitergezogen werden.