Religionslehrerin zensiert Sex-Plakate

Aktualisiert

Gegen «Love Life»Religionslehrerin zensiert Sex-Plakate

Die Plakatkampagne «Love Life» eckt an. Besonders bei einer Religionslehrerin aus Herisau. Jetzt hat sie die «Sex-Plakate» kurzerhand mit Herzen und Sprüchen überklebt.

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Jugendliche betrachten das zensierte Plakat.

Jugendliche betrachten das zensierte Plakat.

«Präventiv oder primitiv?» Diese Frage hat Ursula Fröhlich auf die Anti-Aids-Plakate am Bahnhof Herisau geklebt. Die Religionslehrerin ist mit der Freizügigkeit der Kampagne nämlich überhaupt nicht einverstanden. Bereits im Mai klagte sie, die Bilder seien pornografisch und gehörten nicht in den öffentlichen Raum. Auch Kinder bekämen die expliziten Bilder zu sehen, ob gewollt oder ungewollt. «Damit wird doch das Sexting sogar noch gefördert», meinte Fröhlich. Mit diesen Argumenten gelangte sie an die Verantwortlichen des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Projektleiterin Norina Schwendener entgegnete: Die Kampagne sei sensibel umgesetzt und Minderjährige könnten die Bilder richtig einordnen.

Originell, aber illegal

Doch Ursula Fröhlich hält dagegen: «Ich schäme mich für die Schweiz. Unser Rechtssystem verbietet es, Pornografie für Kinder zugänglich zu machen», sagt sie gegenüber der «Appenzeller Zeitung». Im öffentichen Raum könne niemand diesen Bildern ausweichen.

BAG-Sprecherin Mona Neidhardt bezeichnet die Umgestaltung der Plakate als originell. Schade sei allerdings, dass die Botschaft der Kampagne nicht mehr sichtbar sei. Zudem wäre schön es gewesen, wenn Fröhlich ihre Meinung ohne Sachbeschädigung geäussert hätte, so Neidhart.

APG erwägt Anzeige

Der Religionslehrerin Fröhlich droht eine Anzeige, wie die Plakatgesellschaft APG gegenüber der «Appenzeller Zeitung» sagt. Ursula Fröhlichs Sprüche und Herzen würden baldmöglichst entfernt.

Ob die umtriebige Herisauerin für danach noch weitere Aktionen geplant hat, wird sich zeigen.

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