Thurgau-Rap spaltet Musikkenner

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FrauenfeldThurgau-Rap spaltet Musikkenner

Thurgauer haben ein Loblied auf ihre Heimat gerappt. Musikexperten finden den Track witzig, geben ihm aber wenig Kredit.

Urs-Peter Zwingli
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Urs-Peter Zwingli

Hügel, Felder und der Bodensee sind im Videoclip zu sehen, unterlegt mit funky Beats: Darüber rappen die Neukircher Reim Rammler gemeinsam mit dem MC Tobyland den Song «Thurgau mini Heimat». Darin heisst es unter anderem: «Mir gnüssed üses Lebe, bis mir sterbed im Thurgau.» Die Idee zum Song hatte vor zwei Jahren der 72-jährige Fotograf Peter Forster: «Junge Thurgauer sollen positiver zu ihrem Dialekt und ihrer Herkunft stehen.» Denn er sei selber bei seiner Arbeit in der ganzen Schweiz häufig wegen seines Dialekts «angezündet» worden.

«Der Song hat zuwenig Hitpotenzial»

Der Song, der auf YouTube zu hören ist, spaltet die Meinungen von Musikkennern. «Reimtechnisch ist das zwar solide. Aber der unbedingte Lokalpatriotismus für den Thurgau scheint ein bisschen erzwungen», sagt Andreas Triet, der bei Radio Toxic.fm die Hip-Hop-Sendung «Schnauz.fm» moderiert. Er könne sich zwar vorstellen, den Song in der Sendung zu spielen. «Aber dann mit einer ironischen Anmoderation.»

Keine Chance hat «Thurgau mini Heimat» bei Radio Fm1. «Witzig anzuhören, aber fürs Radio reicht es nicht ganz», sagt Hana Gadze von der Fm1-Musikredaktion. Grund: «Der Song hat zu wenig Hitpotenzial.»

Auch auf YouTube polarisiert die Thurgau-Hymne: Innert drei Tagen erreichte der Clip bisher über 14 000 Hits, unter den Usern tobt eine Kommentarschlacht.

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