ETH warntPlastikmüll im Bodensee tötet Fische und Vögel
Forscher fanden im Genfersee viel Plastikmüll. Nun wird der Bodensee untersucht. Hier ist das Problem bekannt.

Sowohl das Wasser als auch die Fische sollen auf Plastikrückstände untersucht werden (Bild: Urs Ellenberger)
Forscher des Central Environmental Laboratory der ETH Lausanne haben im Genfersee eine überraschend hohe Konzentration von Mikroplastikteilchen festgestellt. Die Forscher um Florian Faure gehen davon aus, auch im Bodensee fündig zu werden. Die Untersuchung dazu beginnen diesen Sommer. «Wir nehmen Wasserproben und untersuchen Uferstellen, möglicherweise werden auch Fische untersucht», so Faure.
Das Interesse gilt vor allem dem Mikroplastik. Laut Faure gibt es mehrere Möglichkeiten, wie der Plastik ins Seewasser gelangt. «Durch Leute, die Abfälle ins Wasser werfen, durch Regenwasser, das Abfallresten in den See spült oder durch Abwässer, die Plastikteilchen enthalten».
Lange Zersetzungsdauer von Plastik
Feststoffe an der Oberfläche des Bodensees fallen auch dem Ermatinger Berufsfischer Wolfgang Ribi auf: «Plastiksäcke oder Pet-Flaschen bleiben gehäuft im Schilf hängen», so Ribi. Er ärgere sich über Leute, die Abfall einfach in den See werfen.
«Das Problem von Plastik ist vor allem seine lange Zersetzungsdauer», sagt Roland Riederer vom Amt für Natur, Jagd und Fischerei St. Gallen.
Der Plastikmüll ist nicht nur für das Auge unschön, er bedroht massiv Fische und Seevögel. Das Verschlucken der Plastikteilchen führe zur Blockierung von Verdauungstrakt und Atemwegen. Dazu kommt, dass «Fische verhungern, weil sie glauben es sei Nahrung», so Riederer