FC Widnau«Schwalben machen den Fussball nur lächerlich»
Beim Taktiktraining der Junioren des FC Widnau liessen sich diese auf Kommando fallen. Das Video dazu wurde hunderttausendfach angesehen. Der Trainer erzählt, wie es dazu kam.
Die F-Junioren des FC Widnaus liessen sich von Neymar inspirieren.
«Die Kinder haben beim Training nach dem Match Brasilien - Schweiz über die vielen Schwalben von Neymar gespöttelt», sagt Fabian Nüesch, Trainer der F-Junioren beim FC Widnau. «Irgendwann kamen sie auf die Idee, die Szenen nachzustellen.» Die jungen Spieler hätten daran grossen Plausch gehabt, so dass Nüesch und sein Trainerkollege beschlossen, ein Video zu machen und dieses den Eltern zuzusenden.
Irgendjemand müsse das Video dann ins Netz geladen haben – dann sei es viral gegangen.
«Die Spieler kannten die Szenen von Neymar bestens. Sie haben sie wohl zig Mal angesehen», sagt Nüesch. «Sie waren überzeugt, dass sie das auch hinkriegen würden, also haben wir es ausprobiert.» Die ganze Aktion sei spontan entstanden.
Eine Ausnahme
Im gewöhnlichen Training habe «schwälbelen» jedoch nichts zu suchen. «Das kommt nicht in Frage», sagt Nüesch. Zudem seien die F-Junioren zwischen sieben und neun Jahre alt, da müssten sie erst lernen, mit dem Ball umzugehen. Zum flapsigen Hinfallen seien die Junioren beim WM-Schauen inspiriert worden. «Wir wollen das bei uns auf dem Platz nicht sehen», sagt der 33-jährige Trainer, der selber bei den Senioren des FC Widnau spielt. Auch dort seien Schwalben verpönt.
Nüesch hofft, dass die Junioren dank des VAR (Videoassistenten) künftig weniger Schwalben von Profis zu sehen bekommen. «Durch den Videoassistenten werden viele Tricksereien entlarvt und mit gelben Karten bestraft.» Das animiere hoffentlich die Vorbilder der Junioren, dass sie die Schwalben künftig unterlassen: «Das macht den Fussball nur lächerlich.» Szenen wie solchen von Neymar verdanke der Sport das mimosenhafte Image.
Zunächst freut sich Nüesch nun aber über die vielen positiven Reaktionen auf das Video. Von allen Seiten wird ihm gratuliert. Kein Wunder: das Video wurde bis Donnerstagmittag bereits über eine halbe Million mal angeschaut. Gut möglich, dass bald die Millionengrenze geknackt wird.
Der Schwalbenmeister dient als Vorlage für unzählige lustige Videos. Video: Twitter
Der Schwalbenmeister dient als Vorlage für viele Spassvögel. Video: Twitter
Parodie eines Trainings der Italiener in einem Werbespot einer britischen Zeitung. Video: Youtube