Internationales InteressePolizeisprecher wird von Anfragen überschüttet
Bevor die Öffentlichkeit voreilige Schlüsse aus der Tat im St. Galler Rheintal ziehen konnte, hat sich Kapo-Sprecher Bruno Metzger seine Wortwahl gut überlegt.
Bruno Metzger gab 20 Minuten am Samstag ein Interview.
Kurz nach der Attacke in einem Zug im St. Galler Rheintal machten erste Gerüchte die Runde, dass es sich um einen Terrorakt handeln könnte. Zweifelslos weist die Tat gewisse Parallelen zu Anschlägen im Ausland mit islamistischen Hintergrund auf. Entsprechend der seit Monaten weltweit angespannten Sicherheitslage sei die Kantonspolizei St. Gallen gemäss einem Bericht von «Radio SRF4 News» von in- und ausländischen Medien regelrecht von Anfragen überrannt worden.
In seinen Aussagen legte Kapo-Sprecher Bruno Metzger deshalb besonderen Wert darauf, dass in der Öffentlichkeit keine voreiligen Schlüsse gezogen werden, denn nichts deute derzeit auf ein terroristisches Motiv des Täters hin. «Die Fragestellung aus- und inländischer Medien ging ziemlich direkt auf Terrorismus, die haben sich da richtig eingehakt, und da war das Risiko sehr sehr gross, dass man falsch verstanden werden kann», sagte Metzger im SRF-Interview. Deshalb habe sich die Kapo St. Gallen auf eine präzise Sprachregelung gegenüber Pressevertretern geeinigt und sich daran gehalten.
«Ein Funken Angst vor Terror»
Und in der Tat: Auf den Newsportalen von BBC, CNN, Washington Times, Focus oder Bild wird die Attacke deshalb als Amoktat und nicht als Angriff mit terroristischem Hintergrund dargestellt.
Etwas reisserischer kamen die britischen Revolverblätter «Sun» und «Mirror» daher: Die «Sun» bezog sich am Ende ihres Artikels auf die Axt-Attacke in Würzburg und schrieb fälschlicherweise von einer eilig einberufenen Sondersitzung des von Alain Berset geleiteten Eidgenössischen Departements des Innern (EDI). Der «Mirror» erwähnte einen «Funken Angst vor neuem Terroranschlag» – und hatte damit wohl nicht ganz unrecht.