Veganer klagt, weil er nicht ins Militär darf

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Kampfstiefel verweigertVeganer klagt, weil er nicht ins Militär darf

Ein 19-jähriger Walliser ist strikter Veganer – und möchte unbedingt Militärdienst leisten. Weil ihm dies verwehrt wird, rekurriert er.

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Der Walliser A. C. (19) gehört nicht zu denjenigen, die sich vom Militärdienst drücken wollen. Er ist sehr motiviert für die Rekrutenschule: «Ich betrachte das als eine Erfahrung, die mir sehr viel bringen kann», sagt er zur Zeitung «24 heures».

Doch es gibt ein Problem: D.C.* ist überzeugter Veganer, jede Form von tierischen Produkten ist für ihn tabu. Das hatte zur Folge, dass die Militärärzte ihn für untauglich erklärten. Den Ausschlag dafür gab offenbar seine Weigerung, im Dienst Kampfstiefel aus Leder zu tragen – ebenfalls ein tierisches Produkt.

Leichte Anpassungen möglich

D.C. findet dies ungerecht. Gegen den Entscheid, ihn nicht in die Armee aufzunehmen, hat er nun Rekurs eingereicht. «Die Zahl der Veganer in der Schweiz steigt kontinuierlich», sagt C. «Es stört mich, dass das Militär dieser gesellschaftlichen Entwicklung keine Rechnung trägt.»

Gabriela Zimmer, Sprecherin der Logistikbasis der Armee, sagt zu «24 heures», Spezialbehandlungen in Bezug auf die Ernährung oder Kleidung könnten nicht gewährt werden. Zwar seien leichte Anpassungen möglich, wenn es um etwa Dinge wie Laktose-Intoleranz oder den Verzicht auf Schweinefleisch aus religiösen Gründen gehe. «Wie die Veganer können die Betroffenen einen Teil des Menüs weglassen und durch etwas anderes ersetzen.» Die Betroffenen müssten jedoch bereit sein, Kompromisse einzugehen.

«Kampf für die Rechte der Tiere»

Im Fall von C. schien seiner Aufnahme in die Armee anfänglich nichts im Wege zu stehen – obwohl er betont hatte, seine Ernährungsform auch im Dienst beibehalten zu wollen. Man habe ihm gesagt, Veganer seien in der Armee willkommen, wenn sie bei guter Gesundheit seien, berichtet C. Doch als er sich daraufhin auch geweigert habe, lederne Kampfstiefel entgegenzunehmen, habe man ihn erneut zum Militärarzt geschickt. «Dieser erklärte mir dann nach Rücksprache mit seinen Vorgesetzten, ich sei untauglich.»

Zu seinem Rekurs sagt D.C., er wolle nicht nur für sich selbst kämpfen, sondern auch für die Sache der Veganer. «Wenn ich Erfolg habe, ist dies ein Sieg für alle, die sich für die Rechte der Tiere einsetzen.»

* Name der Redaktion bekannt

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