AbzockeUser tappen in die Youporn-Falle
Auf der mobilen Version der Pornosite Youporn versteckt sich eine fiese Falle: Bannerwerbungen sind als Videos getarnt. Für einen Tessiner eine böse Überraschung.

Youporn verdient sein Geld vor allem mit Bannerwerbungen – die tückische Kostenfallen sein können.
Eigentlich ist die Pornosite Youporn für die Nutzer gratis. Geld verdient das Portal mit Bannerwerbung. Normalerweise sollte diese gut sichtbar sein. Normalerweise.
Ein Nutzer aus Bellinzona tappte dennoch in eine fiese Falle. Auf seinem Smartphone klickte er auf eines der Filmchen – und erhielt sofort eine SMS. Der Mann sagt zu 20 minuti: «Ich habe auf das falsche Video geklickt und erhielt eine Nachricht, dass ich nun einen Dienst abonniert habe, der mir Hardcore-Filmchen liefere.» Nur: Seine persönlichen Daten, geschweige denn seine Handynummer, hatte er nie angegeben.
Dennoch erhielt er von der Swisscom am Ende des Monats eine Rechnung, die ihn mit 9,90 Franken pro Woche belastete. Was der Mann nicht wusste: Da er nicht auf die SMS reagiert hatte, erneuerte sich das ungewollte Abonnement jede Woche aufs Neue.
Kein Unterschied zu Video
Der Nutzer setzte sich mit der Firma in Verbindung, die ihm das Schmuddel-Abo eingebrockt hatte und konnte das Abo abbestellen. «Sie hatte gar nichts mit Youporn zu tun», sagt er. Und erst jetzt stellte sich heraus, wie der Mann in die Falle getappt war. Er hatte statt eines Videos eine Bannerwerbung angeklickt – die als Wolf im Schafspelz getarnt war: Sie habe grafisch genau gleich ausgesehen wie ein Filmchen. «Sogar mit einem Videopfeil über dem Standbild», sagt der User.
Ein Sprecher von Swisscom sagt zur Abzocke auf Anfrage von 20 Minuti: «Wir kennen den konkreten Fall mit Youporn nicht. Aber wie andere Anbieter haben wir Verträge mit Firmen, die mit kostenpflichtigen Angeboten Werbung schalten.»
Diese Firmen würden jedoch explizit darauf hingewiesen, transparent zu werben und Nutzer nicht abzuzocken. Der Sprecher sagt weiter: «Dennoch gibt es bedauerlicherweise immer wieder solche Firmen, die es dennoch versuchen.» Die Swisscom sei darauf angewiesen, von den Nutzern Meldungen zu dubiosen Anbietern zu erhalten.