Öffentlicher VerkehrVBL lancieren «einfachste Fahrkarte der Schweiz»
Mit Partnern haben die VBL die Fahrkarten-App «Fairtiq» lanciert. Diese soll das klassische Billett ablösen: Die Fahrkosten werden per GPS berechnet.
Die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) wollen den öffentlichen Verkehr mit der «einfachsten Fahrkarte der Schweiz» revolutionieren. Dazu haben sie am Donnerstag gemeinsam mit den Freiburgischen Verkehrsbetrieben und der Rhätischen Bahn die Fahrkarten-App «Fairtiq» lanciert. Die App soll die ÖV-Nutzung für Fahrgäste vereinfachen: Beim Einsteigen in den Bus oder den Zug kann der Passagier die App mit einer Wischbewegung starten. Mittels GPS-Ortung registriert die App, welche Strecke der ÖV-Nutzer gerade fährt. Steigt man wieder aus, kann man die App wieder per Wischbewegung schliessen.
Danach berechnet die App automatisch den günstigsten Fahrpreis und verrechnet diesen. Das studieren der Tarif- und Zonenpläne entfällt. Bezahlen kann man via Telefonrechnung oder Kreditkarte. «Die Fahrgäste wollen eigentlich kein Ticket lösen. Sie wollen fahren», sagt VBL-Direktor Norbert Schmassmann. «Deshalb braucht es für die Kunden Lösungen, die einfach zu bedienen sowie immer und überall verfügbar sind», so Schmassmann weiter. Der VBL-Direktor ist der Meinung, dass der Zugang zum ÖV erst dann wirklich attraktiv wird, wenn sich die Passagiere nicht mehr um das Lösen von Billetten kümmern und keine Zonenpläne mehr studieren müssen. Man solle einfach einsteigen und mitfahren können.
Gespräche mit weiteren Tarifverbünden laufen
Die drei ÖV-Unternehmen wollen dabei auch den Datenschutz ernst nehmen: Die App «erfasst lediglich jene Daten, die zur Abrechnung des richtigen Tickets unumgänglich sind», teilten sie am Donnerstag mit.
Die App gibt es aktuell in den Tarifverbünden «Passepartout» (Kantone Luzern, Obwalden, Nidwalden), «Frimobil» (Freiburg) und «Engadin Mobil» (Oberengadin). Ab Ende August wird die App auch im Raum Thun eingesetzt. Derzeit würden Gespräche mit weiteren Tarifverbünden und Transportunternehmen stattfinden, sodass die App laut Angaben der beteiligten Verkehrsbetriebe bald schweizweit eingesetzt werden könnte. Ein ähnliches System soll auch bei den BLS-Zügen zum Einsatz kommen. Sie hat im Februar einen ersten Pilotversuch durchgeführt.