Luzerner KünstlerSRF zwei wirft James Bond für Hans Erni raus
Der Luzerner Kunstmaler und Bildhauer Hans Erni ist am Samstag verstorben. Das Schweizer Fernsehen stellt darum das Programm um.
Hans Erni starb am Samstag, 21. März 2015, in der Hirslanden-Klinik St. Anna in Luzern. Dies bestätigte seine Tochter Simone Fornara-Erni auf Anfrage von 20 Minuten. Er hatte am Samstag in der Klinik noch zu Mittag gegessen – wenig später schlief er friedlich ein. Er sei «zufrieden lächelnd in die Ewigkeit» gegangen, sagte seine Tochter.
SRF zwei hat am Sonntag reagiert: Anstelle von «James Bond 007 – Ein Quantum Trost» zeigt das SRF am Sonntagabend in Erinnerung an Hans Erni in einer «Sternstunde Spezial» das Filmporträt «Hans Erni, ein Jahrhundertkünstler». Die Sendung beginnt um 19.55 Uhr.
Bis kurz vor seinem Tod war Erni noch täglich in seinem Atelier tätig. Mit 106 Jahren war der Künstler der älteste Mann der Stadt. Erni war seit 1949 mit seiner zweiten Frau Doris Erni-Kessler verheiratet. Sie ist 18 Jahre jünger. Das Paar hat zwei gemeinsame Kinder.
Der international bekannte Luzerner Künstler Hans Erni wurde am 21. Februar 1909 in Luzern geboren. Nach seiner Lehre als Vermessungstechniker liess er sich zum Bauzeichner ausbilden. 1927 begann Erni ein Kunststudium. Ein Jahr später gewann er in Paris den Wettbewerb Académie Julian. Der Preis wurde ihm aber nicht ausbezahlt, weil er Ausländer war. Trotzdem pendelte er bis 1933 zwischen Paris und Luzern hin und her und machte Bekanntschaft mit der zeitgenössischen französischen Malerei.
100-Meter-Bild für die Landi
Seinen künstlerischen Durchbruch schaffte Erni 1939 mit dem Auftrag, für die Landesausstellung ein monumentales, 100 Meter langes Wandbild der Schweiz zu erschaffen.
Der Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg brachten Erni zum Marxismus. Der Weltfriede lasse sich nur durch soziale Gerechtigkeit und dieser nur durch den Kommunismus erreichen, lautete sein Credo. Die offizielle Schweiz brandmarkte Erni für diese Überzeugung zum Landesverräter: Ein Auftrag, Banknoten zu gestalten, wurde aus politischen Gründen abgebrochen, eine Teilnahme an der Kunstbiennale von São Paulo unterbunden.
Unter dem Eindruck von Stalins Schreckensherrschaft und dem kommunistischen Dogmatismus wandte sich Erni später vom Marxismus ab.
Als 37-Jähriger liess sich der Luzerner zum Privatpiloten ausbilden. So sind auch verschiedene Kunstwerke der Fliegerei gewidmet.
2014 konnte Erni im Rahmen des Pilatus-Jubiläumsjahrs das Farbschema für das neue PC-12-Demoflugzeug kreieren.
Der in Königsblau gehaltene PC-12 wurde von Erni mit weissen Pferden sowie dem Pegasus und Friedenstauben versehen.