Zuger Sex-SkandalJetzt sagt Schawinski sorry
Laut Roger Schawinski hat Jolanda Spiess-Hegglin sofort für seine Sendung zugesagt. Der Moderator räumt nun ein, mit dieser Aussage einen Fehler gemacht zu haben.
Jolanda Spiess-Hegglin soll im Schweizer Fernsehen eine Talk-Sendung bestreiten: Sie habe eine Einladung von Moderator Roger Schawinski angenommen, berichtete der Blick. Spiess-Hegglin habe dem Gespräch sofort zugestimmt. «Sie scheint Vertrauen in mich zu haben. Ich habe einen guten Draht zu Frauen», wurde Schawinski zitiert.
«Das ist eine krasse Lüge»
Jetzt ist es allerdings offen, ob das Interview tatsächlich zustande kommt. «Nach Rücksprache mit Jolanda Spiess muss ich leider von einem krassen Vertrauensmissbrauch von Roger Schawinski berichten», teilte ihr Anwalt am Donnerstagmorgen mit. Es stimme nicht, dass Spiess-Hegglin «sofort» zugesagt habe: Bereits am 19. Februar um 14.49 Uhr habe eine Redaktionsmitarbeiterin von Roger Schawinski schriftlich bei Spiess-Hegglin angefragt, ob sie an der Sendung vom 7. März teilnehmen möchte. «Nach einem sehr langen telefonischen Vorgespräch hat Jolanda Spiess-Hegglin erst am 2. März definitiv zugesagt.» Schawinskis Aussage, sie habe sofort zugesagt, sei also «eine krasse Lüge», schrieb der Anwalt weiter.
Dies alles trage wenig zum Aufbau eines Vertrauensverhältnisses bei. «Ob Jolanda Spiess-Hegglin unter diesen Umständen den Termin wahrnimmt, steht momentan in den Sternen.»
Zum Blick sagte Spiess-Hegglin dann am Donnerstagmittag: «Ich war doch sehr erstaunt, gleich nach meiner Zusage davon gross in den Medien zu lesen. Das stört mich, denn damit leitet Schawinski das Thema wieder eindeutig in Richtung Boulevard.» Und weiter: «Der Entscheid, in diese Sendung zu gehen, war für mich ein Prozess. Ich habe mir fast zwei Wochen lang Gedanken dazu gemacht.»
«Mein Fehler»
Roger Schawinski sagte auf Anfrage von 20 Minuten: «Das Wort ‹sofort› war tatsächlich falsch von mir. Frau Spiess-Hegglin hat sich wirklich reifliche Überlegungen gemacht und erst dann zugesagt. Wenn dies ein Problem ist, entschuldige ich mich dafür. Über den genauen zeitlichen Ablauf der Vorgespräche zwischen ihr und meiner Produzentin war ich nicht im Bild, weil ich eine Woche im Ausland war. Mein Fehler.» Er habe bereits mit Spiess-Hegglin gesprochen. «Ich nehme an, dass ich ihr dabei meine Sicht der Dinge darstellen konnte. Für sie ist die Sendung eine Chance, erstmals ein ausführliches Interview im Fernsehen geben zu können.»
Ihm selber gehe es journalistisch vor allem darum, die politische und gesellschaftliche Dimension des Falles zu beleuchten, sagte der Moderator weiter. «Ich sehe keinen Grund, wieso das Interview deshalb nicht stattfinden sollte.» Dieses soll am frühen Montagabend aufgezeichnet werden und um 22.55 Uhr auf SRF1 gesendet werden.