Knusprig, süss, kompaktInsekten-Proteinriegel gewinnt Preis
Mit Proteinextrakt aus Mehlwürmern hat ein Student einen Riegel kreiert und damit nun den Preis der Schweizerischen Gesellschaft für Lebensmittel-Wissenschaft gewonnen.
Knusprig, aber nicht bitter und mit einer säuerlichen Note: So schmeckt der Proteinriegel aus Mehlwürmern, den ein Wädenswiler Student der Lebensmitteltechnologie hergestellt hat. Für seine Bachelorarbeit hat Meinrad Koch den Preis der Schweizerischen Gesellschaft für Lebensmittel-Wissenschaft und -Technologie (SGLWT) erhalten.
Inspiriert wurde Koch zu seiner Bachelorarbeit durch die drohende Lebensmittelknappheit infolge der wachsenden Weltbevölkerung, wie die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) am Mittwoch mitteilte. Insektenprotein eignet sich bestens als Nahrungsmittel, der Verzehr von Insekten ist jedoch in der westlichen Welt noch kaum verbreitet.
Tiere im Riegel nicht mehr erkennbar
Meinrad Koch hat deshalb einen Insekten-Riegel entwickelt, bei dem die Tiere nicht mehr erkennbar sind. Dazu wurde aus dem Mehlwurm (Tenebrio molitor) ein Proteinextrakt gewonnen.
Das gefriergetrocknete Proteinextrakt diente als Basis für den Riegel. Der Insekten-Riegel wurde mittels eines Dreieckstests sensorisch analysiert. Die Resultate ergaben, dass der Insekten-Riegel sich deutlich vom Vergleichsprodukt Milchprotein-Riegel unterscheidet. Geschmack, Textur und Mundgefühl haben gemäss Mitteilung eine eigene Prägung.
Insekten-Riegel finden bei Sportlern Anklang
Der Insekten-Riegel ist knusprig, wirkt aber nicht bitter. Ein hoher Zuckeranteil sorgt für Kompaktheit und Süsse. Trotzdem sei eine säuerliche Note noch erkennbar.
Bei einer nicht-repräsentativen Umfrage unter 300 Teilnehmenden zeigten sich 82 Prozent der Sportlerinnen und Sportler sowie 84 Prozent der Nichtathleten bereit, Insektenprotein-Riegel zu verkosten.
Für die künftige Massenproduktion des Insekten-Riegels wurden bereits Gespräche mit Partnern aus der Lebensmittelindustrie geführt. Der 25-jährige Koch wurde vom Team um Tilo Hühn, Leiter des Zentrums für Inhaltsstoff- und Getränkeforschung am Institut für Lebensmittel- und Getränkeinnovation (ILGI), betreut. (sda)