Roma zahlten für WC und Wasser auf den Rappen

Aktualisiert

Nürensdorf ZHRoma zahlten für WC und Wasser auf den Rappen

Das Roma-Camp in Nürensdorf ZH ist Geschichte. Die Gemeinde zieht eine «durchaus positive Bilanz». Trotzdem will man über die Bücher – für allfällige zukünftige Gastspiele.

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Auf einem Feld hinter diesem Gärtchen am Rand von Nürensdorf hatten die Roma ihr Lager aufgeschlagen.
Laut Anwohnern handelte es sich um rund 100 Personen.
Die Musik der Fahrenden war bis nach 23 Uhr zu hören. «Dabei hatten die Polizei und die Gemeinde gesagt, dass die Musik ab 22 Uhr abgestellt werden müsse», sagte ein Leser-Reporter, der nicht einschlafen konnte.
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Auf einem Feld hinter diesem Gärtchen am Rand von Nürensdorf hatten die Roma ihr Lager aufgeschlagen.

Leser-Reporter

Ein Roma-Camp mit rund 70 Wohnwagen hat in den letzten zwei Wochen die Einwohner von Nürensdorf beschäftigt. Vor allem, dass am 22. Juli gegen 600 Fahrende auf dem provisorischen Standplatz eine laute Hochzeit feierten, goutierten viele Anwohner nicht. Sie beklagten sich über Lärm und herumliegende Fäkalien.

Nun aber ist das Gastspiel vorbei: Gemäss Vertrag mit dem Landbesitzer mussten die Roma den Standplatz am Sonntag räumen. Anwohnerin Patricia M.* (20) passierte das Areal am Abend bei einem Ausritt. Ausser einigen Lieferwagen sei es leer gewesen – keine Wohnwagen mehr und auch kein Müll. Nur die Toitoi-WCs am Wegrand hätten noch vom Grossaufmarsch der Fahrenden gezeugt. «Beim Vorbeireiten hat es tierisch gestunken», so M.

«Schuldeten nur 4.05 Franken»

Abgesehen davon haben die Roma aber nicht viel zurückgelassen. Der stellvertretende Gemeindepräsident Roland Burri sagt: «Es war eine stressige Zeit, aber im Nachhinein ziehen wir eine insgesamt positive Bilanz.» Dafür, dass zwischenzeitlich über 150 Personen auf dem Feld gewohnt hätten, sehe es anständig aus. Auch die Unruhe in der Bevölkerung habe sich nach der ersten Woche wieder gelegt.

Zudem merkt Burri an, dass für die Gemeinde keine Zusatzkosten anfallen. Mit einem Schmunzeln lobt er die Budgetierung: «Die Fahrenden haben bereits zu Beginn ihres Aufenthalts eine Kaution von 4000 Franken gezahlt. Das hat den Grossteil unserer Kosten gedeckt. Auf der Schlussrechnung fehlten nur 4.05 Franken.» Auch diesen Betrag hätten die Fahrenden sofort beglichen.

Für die restlichen Aufräumarbeiten ist laut Burri der Bauer, der das Land zur Verfügung gestellt hat, verantwortlich. Zudem sagt er, dass sich der Gemeinderat nun nochmals eingehend mit der Situation befassen und darüber entscheiden wird, wie man in Zukunft mit solchen Camps umgehen will.

*Name geändert

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