AnlaufstelleWinterthur startet Kampf gegen radikale Islamisten
Zu viele Jihad-Reisende: Die Stadt Winterthur schafft eine Fachstelle für Extremismus und Gewaltprävention als Anlaufstelle für die Bevölkerung.

Dutzende Personen aus der Schweiz ziehen in den Jihad. Einige von ihnen stammen aus Winterthur. (Symbolbild)
Reuters/© Stringer . / ReutersWinterthur geriet immer wieder in die Schlagzeilen: Mehrere Jugendliche und junge Männer zogen von Winterthur aus nach Syrien in den Jihad. Aus keiner anderen Stadt in der Schweiz gab es derart viele radikalisierte Personen.
Einige kehrten wieder zurück, andere fielen im Kampf. Um dem Phänomen Einhalt zu gebieten, eröffnet die Stadt Winterthur nun eine Fachstelle für Extremismus und Gewaltprävention, wie sie heute mitteilt.
Leitung wird ausgeschrieben
Die Fachstelle wird für die Bevölkerung eine «niederschwellige Anlaufstelle» für alle Fragen rund um die Themen Radikalisierung und extremistische Gewalt sein. Sie ist vorerst bis 2018 befristet. Die Leitung der Fachstelle wird am Mittwoch öffentlich ausgeschrieben.
Eine weitere Massnahme der Stadt war eine Weiterbildungsinitiative für zweihundert Fachpersonen aus den Bereichen Schule, Jugendarbeit und Arbeitsintegration. Die Stadt hat ihr bereits bestehendes Förderungs- und Integrationsprogramm im Hinblick auf die neuen Herausforderungen überprüft und gezielt Anpassungen vorgenommen.
«Keine raschen und einfachen Antworten»
Seit eineinhalb Jahren beschäftigen sich der Stadtrat und verschiedene Fachstellen mit der Problematik, heisst es in der Mitteilung. Weiter heisst es: «Es versteht sich von selbst, dass keine raschen und einfachen Antworten auf die neuen und komplexen Fragen möglich sind.»
Im vergangenen Dezember hat sich Stadtpräsident Michael Künzle mit Vertretern sämtlicher Moscheegemeinden Winterthurs zu einer Aussprache getroffen, teilt die Stadt mit. In den kommenden Tagen wird die Stadt zu einem nächsten Treffen einladen, an dem konkrete Schritte aufgegleist werden sollen.