FCZ-Fans bekommen die Pyro-Lizenz

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Stadt wagt VersuchFCZ-Fans bekommen die Pyro-Lizenz

Die Stadt Zürich will ein Tabu brechen. Bei einem Heimspiel im November sollen die FCZ-Fans ganz legal Feuerwerk abbrennen dürfen. Die Idee stösst auf Widerstand.

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Szenen wie jene im Spiel FCZ-Basel im Mai 2011 könnten sich künftig im Letzigrund ganz legal abspielen. Notfallfackeln bleiben allerdings strengstens verboten.

Szenen wie jene im Spiel FCZ-Basel im Mai 2011 könnten sich künftig im Letzigrund ganz legal abspielen. Notfallfackeln bleiben allerdings strengstens verboten.

Das Konzept eines «Pyro-Kompromisses» steht schon seit einiger Zeit im Raum, nun wagt die Stadt Zürich das Experiment. Beim FCZ-Heimspiel gegen Servette am 24. November sollen die Zürcher Fans in einer speziell markierten Zone Feuerwerk abbrennen dürfen – ganz legal.

Geplant ist laut der NZZ, dass die Fans im Vorfeld ein Gesuch an die Feuerpolizei stellen müssen. Wird dieses bewilligt, dürfen die FCZ-Anhänger bei besagtem Spiel bestimmte, getestete und als ungefährlich eingestufte Feuerwerkskörper abbrennen. So sieht es ein Modell vor, das in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der Stadt und der beiden Zürcher Fussballclubs entworfen wurde.

Der FCZ bestätigt, dass es eine solche Arbeitsgruppe gibt, die legales Zünden von Feuerwerk an Spielen prüfe. Genaueres könne man dazu aber nicht sagen, so Mediensprecher Patrick Lienhart.

Reaktion der Südkurve ungewiss

So genannte Notsignalfackeln – das Lieblingsspielzeug der Fans – müssen aber draussen bleiben, sie werden mit Sicherheit nicht genehmigt. Wie das «Zündeln light» bei den Fans ankommt, ist deshalb noch unklar. Vor allem die Reaktion der Südkurve macht der Arbeitsgruppe Bauchweh. Auch den Fans der Gästemannschaft, die keinen Zutritt zur Spezialzone haben, dürfte das Experiment sauer aufstossen.

Mit Kopfschütteln reagieren auch die Swiss Football League und die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) auf das Konzept der Arbeitsgruppe. Florian Düblin, der stellvertretende Generalsekretär der KKJPD, weist in der NZZ darauf hin, dass das Abbrennen von pyrotechnischem Material in Menschenmengen die öffentliche Sicherheit gefährde. Die KKJPD arbeite darauf hin, Feuerwerkskörper aus den Stadien zu verbannen. Auch bei der Swiss Football League heisst es, man erachte das Mitführen von Feuerwerk an den Spielen unter den aktuell gültigen Richtlinien als illegal.

Die Stadt sende mit ihrem Versuch ein falsches Signal aus, so das Fazit von Liga und KKJPD. Es würde suggeriert, dass Feuerwerk in Stadien harmlos sei – und dies sei ein fataler Irrtum.

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