Polizei ermittelt wegen Sturm auf FCZ-Garderobe

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AbstiegsdebakelPolizei ermittelt wegen Sturm auf FCZ-Garderobe

Nicht nur drangen rund 60 vermummte FCZ-Fans ins Innere des Stadions vor, es gab auch Verletzte und Sachbeschädigungen. Das könnte für die Täter strafrechtliche Konsequenzen haben.

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Nicht nur Sachschaden: FCZ-Chaoten haben am späten Mittwochabend auch einen Kameramann der «Tagesschau» verletzt. (25. Mai 2016)
Nach den Ausschreitungen räumen Polizisten die Strassen in Zürich.
Nach dem Fussballspiel sind Fangruppierungen in Richtung Innenstadt marschiert.
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Nicht nur Sachschaden: FCZ-Chaoten haben am späten Mittwochabend auch einen Kameramann der «Tagesschau» verletzt. (25. Mai 2016)

Keystone/Ennio Leanza

Nach dem Schlusspfiff und dem besiegelten Abstieg des FCZ eskalierte die Situation am Mittwochabend im Letzigrund-Stadion. Rund 60 vermummte FCZ-Fans verschafften sich über den Spielertunnel Zugang zum Stadioninneren. Ihr Ziel: Die FCZ-Kabine. Trainer, Funktionäre und Spieler flüchteten und konnten sich in der Garderobe in Sicherheit bringen.

Weniger Glück hatten einige Journalisten, Security-Angestellte und weitere Personen, die sich vor oder in den Katakomben aufhielten. Sie wurden attackiert und teilweise verletzt. Zudem stahlen und demolierten die gewaltbereiten Fans eine Fernsehkamera. Anzeigen liegen zwar noch keine vor – der Sachschaden beträgt aber bis zu 100'000 Franken. «Um mögliche Täter zu eruieren, laufen Ermittlungen. Dazu gehört auch eine Auswertung von möglichen Spuren und allfällig vorhandenem Bildmaterial», sagt Marco Cortesi, Medienchef der Stadtpolizei Zürich.

«Grossteil hat sich korrekt verhalten»

Neben dem versuchten Sturm auf die Kabine kam es auch auf den Rängen nach dem Schlusspfiff zu Tumulten und Handgemengen. Beim FCZ, der als Veranstalter die Verantwortung für das Sicherheitsdispositiv trägt, sagt man dazu: «Ein Grossteil der Fans hat sich korrekt verhalten und die Mannschaft bis zum Schluss super unterstützt», so Sprecher Patrick Lienhart. «Dass einige den Frust auf diesem Weg abgeladen haben, bedauern wir sehr.» Dank des beherzten Eingreifens von Funktionären und auch dem Stadionmanager habe man die Situation vor der Garderobe schnell beruhigen können.

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