Bis zu 20 Koffer landen pro Tag auf der Fahrbahn

Aktualisiert

Zürich FlughafenBis zu 20 Koffer landen pro Tag auf der Fahrbahn

Wer mit dem Flugzeug vereist, sollte lieber nichts Zerbrechliches mitnehmen. Denn beim Einladen fallen täglich zehn bis zwanzig Koffer vom Gepäckwagen auf die Fahrbahn.

Jennifer Furer
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Jennifer Furer
Es kommt täglich vor, dass Gepäckstücke runterfallen und auf der Fahrbahn liegen bleiben. So beobachtete ein Leser-Reporter am Mittwochmorgen (25.07.2016) wie ein Gepäckstück einsam auf der Fahrbahn liegt.
Denn: «Die Transportwagen für die meisten Kurzstreckenflüge sind an der Seite nur mit Metallseilen gesichert», sagt Jérôme Zaugg, Qualitätsverantwortlicher bei der Firma dnata. Da komme es schon vor, dass bei einer scharfen Kurve oder bei Unebenheiten auf der Fahrbahn etwas runterfällt. Geschlossene Transportwagen, sind aber keine Option: «Das würde das Aufladen der Koffer erschweren.»
Die Verantwortung liege aber nicht bei den Mitarbeitern, die die Koffer schlecht laden oder zu rabiat fahren würden, sagt Zaugg.
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Es kommt täglich vor, dass Gepäckstücke runterfallen und auf der Fahrbahn liegen bleiben. So beobachtete ein Leser-Reporter am Mittwochmorgen (25.07.2016) wie ein Gepäckstück einsam auf der Fahrbahn liegt.

Leser-Reporter/Chamal N.

Mitten auf der Fahrbahn liegt einsam ein Gepäckstück – der dafür verantwortliche Transportwagen ist schon in weiter Ferne. Das beobachtete ein Leser-Reporter am Mittwochmorgen am Zürcher Flughafen.

Das ist keine Ausnahme, bestätigt Jérôme Zaugg, Qualitätsverantwortlicher bei der Firma Dnata, welche für den Transport von Gepäckstücken verantwortlich ist: «Pro Tag gehen etwa zehn bis zwanzig Gepäckstücke auf der Fahrbahn verloren.» Das könne nicht vermieden werden und liege auch nicht an den Mitarbeitern, die die Koffer schlecht laden oder zu rabiat fahren würden, sagt Zaugg.

Mitarbeiter sind nicht schuld

Vor allem gelte dies bei den meisten Kurzstreckenflügen, bei denen die Ware nicht in einen Container verfrachtet wird. Stattdessen kommen sie auf einen Transportwagen, der an der Seite nur mit Metallseilen gesichert ist. Da passiert es laut Zaugg, dass bei einer scharfen Kurve oder bei Unebenheiten auf der Fahrbahn etwas runterfällt. Geschlossene Transportwagen sind aber keine Option: «Das würde das Aufladen der Koffer erschweren.»

Zaugg rät deshalb Zerbrechliches lieber im Handgepäck zu transportieren. Zwar ist man vorsichtiger, wenn ein Gepäckstück mit dem Hinweis fragile Ware gekennzeichnet wird, trotzdem gebe es keine 100 prozentige Garantie: «Falls etwas kaputtgeht, muss sich der Passagier mit der Fluggesellschaft in Kontakt setzen.»

Besondere Vorsicht bei Tieren

Die Transportfirma hafte dabei nicht, weil nicht gesagt werden könne, ob die Ware beim Transport oder zu einem anderen Zeitpunkt kaputtgegangen sei. Wie es sich bei Haftungen von Tiertransporten verhält, kann Zaugg nicht sagen, weil noch nie etwas passiert sei: «Natürlich fahren die Fahrer dann besonders vorsichtig, um die Sicherheit zu gewährleisten.»

Überhaupt fällt bei den 30'000 bis 50'000 Gepäckstücken, die täglich transportiert werden, wenig herunter, sagt Zaugg: «Die verloren gegangenen Koffer werden auch sehr schnell wieder vom nächsten Fahrzeug aufgehoben, damit sie noch rechtzeitig ins Flugzeug kommen.» In vielleicht einem oder zwei Fällen pro Tag bleibe das Gepäck trotz allem in Zürich und komme nicht am Zielort an.

Wie bringt man heruntergefallene Gepäckstücke rechtzeitig zum Flugzeug?

Damit ein Gepäckwagen heruntergefallenes Gepäckstücke rechtzeitig ins Flugzeug verladen werden kann, haben Firmen, welche für den Gepäck-Transport verantwortlich sind, ein System entwickelt: Nathalie Berchtold von Swissport erklärt, dass jedes Fahrzeug am Flughafen Zürich dazu verpflichtet ist, am Boden liegende Gepäckstücke aufzulesen und wenn immer möglich die Gepäcksetikette mit einem Kenngerät zu scannen. So können die Gepäckstücke identifiziert und zeitnah zum entsprechenden Flugzeug gebracht werden. Heruntergefallene Gepäcksstücke würden kaum länger als zwei bis drei Minuten auf den Fahrstrassen liegen bleiben. Falls das Fahrzeug nicht mit einem Scangerät ausgerüstet ist, bringt der Fahrer das Gepäckstück in die Zentrale der Sortieranlage zurück. Von dort wird es direkt zum Flugzeug gebracht und verladen – falls dieses noch nicht gestartet ist.

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