Brrrrr – Zürich Marathon ist nur für Hartgesottene

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WetterpechBrrrrr – Zürich Marathon ist nur für Hartgesottene

Schnee, Regen, eisiger Wind: Die 9024 Teilnehmer des Zürich Marathon 2016 mussten am Sonntag einiges aushalten – 185 davon schafften es nicht bis ins Ziel oder waren zu lange unterwegs.

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«Beste Laufbedingungen für die Läuferinnen und Läufer», meldeten die Organisatoren des 14. Zürich Marathon vergangene Woche. Nun ja, sie bezogen dies auf die Tatsache, dass die Laufstrecke für einmal nicht durch Baustellen beeinträchtigt ist. Damit haben sie zwar recht, dafür meint es Petrus heute Sonntag gar nicht gut mit dem Anlass.

Am Vormittag zogen heftige Regenfälle über die Region Zürich, es schneite sogar kurzzeitig. Hinzu kommt ein für die Jahreszeit eisiger Wind. Will heissen: Kälte und Nässe kombiniert, Temperaturen im einstelligen Bereich. Doch die meisten Läufer nahmen es cool.

«Das Beste daraus machen»

«Das Wetter war zwar bescheiden, aber immerhin bestand keine Gefahr für einen Hitzekollaps», sagt Renato Rosic (42) aus Zürich, der zum zwölften Mal an einem Marathon mit dabei war. Auch Jacqueline Laufer (33) aus Rapperswil-Jona SG liess sich bei ihrem ersten Marathon nicht vom garstigen Wetter beirren: «Total durchnässt nach nur fünf Minuten – alles andere als angenehm. Da man das Wetter aber nicht ändern konnte, musste man eben das Beste daraus machen.»

Julien Lyon war der beste Schweizer beim Zürich-Marathon. Bei seinem Debüt über die 42,195 km lief der Romand nach 2:16:17 Stunden ins Ziel und war um drei Minuten schneller als Adrian Lehmann. Michael Ott gab das Rennen auf.

Nur zwei Prozent der Läufer schafften es nicht rechtzeitig ins Ziel

Der Schnellste am diesjährigen Zürich-Marathon kam aus Japan. Yuki Kawauchi holte am Sonntagmorgen den verpassten Sieg aus dem Vorjahr nach. Der Vollzeit-Beamte, der Wert grossen Wert auf seinen Amateur-Status legt, setzte sich mit einer Minute Vorsprung vor dem Äthiopier Abere Bealy durch.

Von den ursprünglich 9973 angemeldeten Läufern starteten am Sonntagmorgen schliesslich 9024, so die Organisatoren in einer Mitteilung. 185 Teilnehmer, zwei Prozent der Läufer, schafften es nicht bis ins Ziel oder hatten die erlaubte Maximalzeit von 5:30 Stunden überschritten.

41 Einsätze für die Sanität

Die Sanitätsdienste mussten sich laut Leiter Björn Kuratli um 41 Läuferinnen und Läufer kümmern, von denen vier für weitere Abklärungen ins Spital verwiesen wurden. Neben Verstauchungen, Prellungen und Schnitten war Unterkühlung ein häufig auftretendes Problem.

Eine halbe Stunde nach Rennschluss konnte OK-Präsident Bruno Lafranchi ein positives Fazit zum 14. Zürich Marathon ziehen: «Die Siegerzeiten haben natürlich unter dem Wetter gelitten. Und die vielen Breitensportler erst recht», wird er in einer Mitteilung zitiert. «Ich ziehe daher meinen Hut vor allen Finishern.» (rad/sda)

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