Letzter Labitzke-Mieter bekämpft Ausweisung

Aktualisiert

Zürich-AltstettenLetzter Labitzke-Mieter bekämpft Ausweisung

Am 1. April soll auf dem Labitzke-Areal in Zürich-Altstetten der Abbruch der verbleibenden Gebäude beginnen. Doch ein Mieter will nicht ausziehen und ruft das Obergericht an.

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Im Labitzke-Areal, das über zehn Jahre lang von alternativen Gruppen zwischengenutzt wurde, wird der definitive Abbruch wohl weiter hinausgeschoben. Ein letzter verbleibender Mieter möchte nicht ausziehen. Es handelt sich um eine Atelier- und Kreativgemeinschaft, die gemäss Mitteilung «noch keine entsprechende Alternative» gefunden hat. Die Partei stellt sich auf den Standpunkt, dass Brachen so lang wie möglich genutzt werden sollen. «Wer bauen will, soll zuerst eine Bewilligung einholen, statt langjährige Mieter gleich vor Gericht zu zerren», schreiben sie.

Das Baugesuch will Mobimo erst im April einreichen. Bis die Stadt die Bewilligung erteilt, wird es dann noch mehrere Monate dauern. In dieser Zeit will die Eigentümerin aber die bestehenden Gebäude abbrechen und den Boden von Altlasten sanieren. Eine Abbruchbewilligung vom Kanton liegt vor. Darum erwarte die Immobilienfirma, dass das grösstenteils besetzte Areal per 1. April geräumt wird, wie Sprecherin Christine Hug sagt. Gehen die Besetzer nicht freiwillig, will Mobimo die Polizei einschalten und eine Zwangsräumung veranlassen.

Hohe Geldforderungen an letzten Mieter

Diesem Vorhaben könnte nun der letzte Mieter einen Strich durch die Rechnung machen. Denn die durch das Bezirksgericht erwirkte Ausweisung hat die Gemeinschaft ans Obergericht weitergezogen. Dabei könnten beträchtliche Kosten auf die Mieter zukommen. «Mobimo hat uns auf hohen Schadenersatz verklagt», schreiben sie.

Derweil stehen die Baupläne des Unternehmens fest: «Wir rechnen damit, Ende Jahr mit dem Bau beginnen zu können», so Hug. Auf dem rund 10'000 Quadratmeter grossen Areal sollen mehrere Wohntürme mit insgesamt 245 Wohnungen erstellt werden.

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