Stadtverwaltung ZürichNur noch Hahnenwasser für Stadt-Angestellte?
Mitarbeiter der Stadt Zürich sollen nur noch Hahnenwasser trinken und dafür auf Wasser in Flaschen verzichten. Der Gemeinderat hat einen Vorstoss der Grünen überwiesen.

Stadtangestellte sollen künftig auf Wasser aus Flaschen verzichten - und dafür «Hahnenburger» trinken.
Die Stadt Zürich soll mehr Verantwortung in Sachen Wasser übernehmen und der internationalen «Blue Community» beitreten. Der Gemeinderat hat am Mittwochabend mit 60 Ja- zu 57 Nein-Stimmen knapp ein entsprechendes Postulat der Grünen überwiesen.
Mit dem Beitritt wird die Stadt unter anderem anerkennen, dass das Recht auf sauberes Wasser ein Menschenrecht ist. «Blue Communities» setzen sich weiter dafür ein, dass die Wasserversorgung Aufgabe der öffentlichen Hand ist und bleibt. Dies soll sicherstellen, dass alle Menschen ungehinderten Zugang zu Trinkwasser haben.
Gemeinde in Entwicklungsland unterstützen
Mit ihrem Bekenntnis zu den «Blauen Gemeinden» erklärt sich die Stadt bereit, in der Verwaltung auf Flaschenwasser zu verzichten. Nur noch Hahnenwasser ist angesagt. Und die Zürcher Wasserversorgung soll eine Gemeinde in einem Entwicklungsland dabei unterstützen, das Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser auch dort zu realisieren.
Am 18. September 2013 haben die Stadt Bern als erste Hauptstadt weltweit und die Universität Bern als erste Uni das Label «Blue Community» beziehungsweise «Blue University» erhalten, weil sie an der internationalen Initiative teilnehmen. Übergeben wurde es von der kanadischen Wasseraktivistin Maude Barlow, Trägerin des alternativen Nobelpreises, die das Projekt lanciert hatte.
Wissen nutzbringend weitergeben
Weiter hat das Parlament am Mittwoch ebenfalls mit 60 Ja- zu 57 Nein-Stimmen ein Postulat überwiesen, das den Betritt der Zürcher Wasserversorgung zum Netzwerk «Aqua Publica Europea» fordert. Dieses vernetzt öffentlich-rechtliche Unternehmen Europas im Bereich der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.
Mit dem Beitritt der Zürcher Wasserversorgung könne ein vorbildlich geführter, traditionell öffentlich-rechtlicher Schweizer Wasserversorger sein Wissen zum Nutzen aller aktiv einbringen, ist die Begründung der beiden Postulanten von SP und Grünen. Zu den Gründungsmitgliedern gehört neben anderen auch die Genfer Wasserversorgung.
Stadtrat lehnt beides ab
Der Stadtrat lehnt beide Postulate ab, wie der zuständige Stadtrat Andres Türler (FDP) am Mittwoch sagte. Türler sieht in den Beitritten keinen Zusatznutzen, zudem sei die Zürcher Wasserversorgung bereits heute ein Wissensbetrieb. Die Wasserversorgung habe nicht das Recht Gebührengelder dafür zu verwenden, weiter fehlten die personellen Ressourcen.
SVP, FDP, GLP und CVP teilten Türlers Meinung, unterlagen aber knapp gegen die Stimmen von SP, Grüne und AL.
(sda)