Veganer locken an der Gourmesse viel Volk an

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Kongresshaus ZürichVeganer locken an der Gourmesse viel Volk an

Unter den 190 Ständen an der Gourmesse sind erstmals auch 13 mit veganen Produkten vertreten. Deren Anbieter wollen an dem etablierten Anlass auch Nicht-Veganer erreichen.

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An der 21. Gourmesse, die noch bis am Montagabend im Zürcher Kongresshaus stattfindet, duftet es aus allen Richtungen: Mal süss nach geschmolzener Schokolade, mal herb salzig nach gegrilltem Steak. Doch damit nicht genug: Erstmals kommen an der Feinschmeckermesse auch Veganer auf ihre Kosten.

An 13 verschiedenen Ständen werden vegane Häppchen oder ganze Gerichte angeboten. Grossen Anklang bei den Besuchern findet beim Besuch am Sonntag beispielsweise der Stand von Dream of Ice, der sich auf vegane Glacé und Weihnachtsguetzli spezialisiert hat, oder die Rohkost-Schokolade von Schoccolatta.

Veganer Käse und Bohnenpasta

Am meisten Aufsehen erregt aber das vegane Delikatessengeschäft Gourvegi. Dieses bietet veganen Weich- und Frischkäse an. «Erst war ich etwas skeptisch, ob so etwas überhaupt gut schmecken kann. Aber ich hätte tatsächlich niemals erraten, dass dies kein echter Käse ist», sagt eine Besucherin nach dem Probieren des CamemVert-Käse.

Auch der Stand von Edamama sorgt für eine Überraschung. Deren Pasta ist zu 100 Prozent aus Sojabohnen oder schwarzen Bohnen hergestellt. «Unsere Nudeln sind ein richtiger Powerfood», sagt Mitgründer Fabio Matticoli. Ihre Pasta verfüge über einen sehr hohen Eiweissgehalt – das sei praktisch für Veganer, da diese keine tierischen Proteine zu sich nehmen.

«Irgendwann die gesamte Gourmesse vegan»

Das Patronat für die Sonderschau hat die Vegane Gesellschaft Schweiz übernommen. Dort freut man sich speziell über den Auftritt im Kongresshaus. Es gibt zwar vegane Events oder Strassenfeste – doch meist bleiben die Veganer unter sich. Bei der Gourmesse hingegen handelt es sich um einen etablierten Anlass und man erreicht viele Nicht-Veganer.

«Wir sind überrascht, wie offen die Leute mit dem Thema vegan umgehen, auch wenn sie selbst keine Veganer sind», sagt Sprecherin Cristina Roduner. So hätten sie an ihrem Stand, den sie gemeinsam mit dem veganen Unternehmen EduChefs führen, bereits tausend Flyer verteilt.

Und auch ihre fleischlosen Burger aus Sojagranulat kämen bei den Besuchern gut an. «Negative Rückmeldungen hatten wir bislang noch keine», so Roduner. Sie seien damit ihrem Ziel bereits einen Schritt näher: «Irgendwann wollen wir die gesamte Gourmesse vegan gestalten.»

«Man wird nicht Veganer, um Fleischersatz zu suchen»

Auch Messe-Besucher Eric Stromberg ist von den Sojaburgern begeistert: «Ich spiele schon lange mit dem Gedanken, mich vegan zu ernähren und ein Angebot wie dieses macht den Gedanken umso verlockender.»

Zwar schmeckten die Burger nicht direkt nach Fleisch, dies sei aber gar nicht so wichtig. Stromberg: «Ich werde ja nicht Veganer, um nachher nach Dingen zu suchen, die wie Fleisch schmecken. Der Burger ist lecker, das ist alles, was zählt.»

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