Als Duca dem Nati-Trainer den Job rettete

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Eishockey-WMAls Duca dem Nati-Trainer den Job rettete

Im Alter von 29 Jahren ist PaoloDuca so nah wie noch nie an seiner ersten WM-Teilnahme. Ein Detail am Rande: Nati-Trainer Sean Simpson schuldet dem Ambri-Captain eigentlich noch einen Gefallen.

Marcel Allemann
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Marcel Allemann

Es war im März 2007. Sean Simp­son befand sich mit seinem damaligen Klub Zug in den Playoffs auf Abwegen. 0:3 lag der EVZ in der Viertelfinal-Serie gegen die Lakers zurück und es wurde bereits über eine Absetzung von Simpson spekuliert. Doch die Rechnung wurde ohne Paolo Duca gemacht. Nach einer abgesessenen Sperre kehrte der damalige EVZ-Stürmer im vierten Match aufs Eis zurück und schoss die Lakers mit zwei Toren sowie dem entscheidenden Penalty-Treffer eigenhändig ab. Mit Antreiber Duca drehte Zug anschliessend auch die Serie – Simpson durfte bleiben.

Drei Jahre später ist Simpson Nati-Coach und Duca so nah wie nie an einer WM-Teilnahme. Dadurch, dass gestern mit Dario Bürgler und Beni Plüss zwei andere Stürmer ausgemustert wurden und Roman Wick verletzungsbedingt absagen musste, sind die Chancen des Tessiners weiter gestiegen. Eigentlich logisch, denn Simpson schuldet ihm ja noch einen Gefallen.

«Falls mich Simpson für die WM aufbietet, hoffe ich, dass er das nicht macht, weil er das Gefühl hat, er schulde mir noch etwas», stellt Duca klar. Von der erwähnten Playoff-Episode hat er ohnehin eine andere Betrachtungsweise: «Das ist typisch für euch Journalisten, ihr seht immer einzelne Helden, doch für mich war es ein Team-Sieg.»

Eine WM-Teilnahme wäre für ihn auf jeden Fall ein Karriere-Highlight: «Es würde mir riesige Freude bereiten und wäre eine grosse Ehre, die Schweiz an einer WM zu repräsentieren.» Für Duca ist aber klar, dass er sich seinen Platz mit Leistung erarbeiten muss. Ein kapitaler Termin für ihn: die WM-Hauptprobe gegen Norwegen.

Auch Wick nicht an der WM dabei

Fünf Tage vor dem WM-Startspiel gegen Lettland erreichte Nationaltrainer Sean Simp­son die nächste Hiobsbotschaft: Roman Wick kann wegen seiner Rippenprellung, die er sich vor eineinhalb Wochen gegen die Slowakei zugezogen hatte, nicht in Deutschland teilnehmen. «Wick ver­suchte am Sonntag allein auf dem Eis zu trainieren», so Simpson, «er musste die Übung aber abbrechen und absagen. So viel Verletzungspech ist unglaublich.»

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