Biel bestätigt den Abgang von Seguin

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NHL-Star gehtBiel bestätigt den Abgang von Seguin

Da hilft wohl nicht einmal mehr das psychologische Handauflegen von Trainer Kevin Schläpfer: Tyler Seguin geht. Kommt Jeff Tambellini?

Klaus Zaugg
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Klaus Zaugg
Tyler Seguin wird nicht mehr für den EHC Biel spielen.

Tyler Seguin wird nicht mehr für den EHC Biel spielen.

Biels Sportdirektor Martin Steinegger bestätigt gegenüber 20 Minuten Online: «Ja, es stimmt. Der Agent von Tyler Seguin hat uns offiziell darüber informiert, dass sein Klient am 2. Januar nach Nordamerika zurückkehrt und nicht mehr für Biel spielen wird.» Er habe noch eine ganz, ganz kleine Hoffnung: «Vielleicht gelingt es Kevin Schläpfer beim Spengler Cup ja noch, Seguin umzustimmen. Aber damit rechnen wir nicht mehr.» Seguin ist mit 25 Toren und 15 Assists aus 29 Partien Biels bester Skorer. Sein Vertrag mit Biel ist ausgelaufen.

Patrick Kane, der zweite NHL-Star (17 Spiele/11 Tore/8 Assists) wird nach dem Spengler Cup (wo er für den HCD spielt) nach Biel zurückkehren. Steinegger: «Sein Vertrag läuft ja weiter und wir gehen davon aus, dass er weiter für uns spielt.» Er fügt aber an, man sehe natürlich nicht in die Köpfe der Spieler hinein und müsse immer mit allem rechnen.

Tambellini als möglicher Nachfolger?

Die Bieler habe noch zwei Ausländerlizenzen, die sie bis zum 15. Februar einlösen können. «Wir warten erst einmal ab, ob in der NHL diese Saison noch gespielt wird», sagt Steinegger. «Dann entscheiden wir.» Biels Sportdirektor wird in den nächsten Tagen prüfen, ob eine Verpflichtung von Jeff Tambellini möglich ist. Der Kanadier hat seinen Vertrag bei den ZSC Lions aufgelöst. «Ich denke nicht, dass wir uns Tambellini leisten können», sagt Steinegger. «Aber es gehört zu meinen Pflichten, wenigstens anzufragen.»

In diesem Zusammenhang stellt sich immer mehr die Frage, wie kompetent eigentlich das Management der ZSC Lions ist. Topskorer Thibaut Monnet verlässt das Unternehmen per Ende Saison, Jeff Tambellini ist bereits der zweite ausländische Spieler, der ohne Angabe von Gründen einfach aus einem laufenden Vertrag aussteigt und nun ist ZSC-Manager Peter Zahner nicht einmal dazu in der Lage, zu sagen, ob Tambellini nach der Vertragsauflösung allenfalls zu einem anderen Klub wechseln kann.

Er darf. Welche Vereinbarungen die ZSC Lions bei der Vertragsauflösung auch immer getroffen haben und geheimzuhalten versuchen: Jeff Tambellini ist ab sofort für jeden andere NLA-Klub spielberechtigt. Das Arbeitsrecht ist klar: Die ZSC Lions dürfen den Kanadier nach Vertragsauflösung nicht daran hindern, seinen Beruf auszuüben. Jedes Gericht wird Jeff Tambellini mit einer einstweiligen Verfügung den Weg zu einem neuen Arbeitgeber in der NLA öffnen. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass die ZSC Lions nicht ein Ausländer-Problem haben. Sondern ein Führungs-Problem.

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