Flyers geben Vollgas zum Nulltarif

Aktualisiert

Kampf gegen KonkursFlyers geben Vollgas zum Nulltarif

Es ist für sie die Woche der Wahrheit. Die Kloten-Spieler geben im Training trotzdem Vollgas. Ein Augenschein.

Marcel Allemann
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Marcel Allemann

Montagmorgen, 9 Uhr. Der Himmel ist grau, es regnet vor der Kolping-Arena. Das triste Bild passt zur Situation der Kloten Flyers. Der Traditionsverein braucht 10 Mio. Franken, kämpft gegen das Aus. In dieser Woche sollen die Würfel fallen – morgen will die Task-Force informieren, am Freitag befinden die Nationalliga-Klubs über das Schicksal von Kloten. Wie geht das Team mit dieser Situation um? 20 Minuten wollte es genau wissen, sah gestern beim Krafttraining zu.

Eine Depro-Stimmung ist trotz allem nicht auszumachen. Es wird konzentriert gearbeitet, die Spieler leiden und beissen – zwischendurch wird auch gelacht. «Es ist jeder über jeden Tag froh, an dem wir normal trainieren können», sagt Nationalspieler Roman Wick, «und wenn wir im Kraftraum sind, wird auch nicht über die schwierige Situation geredet.»

Seit zwei Monaten keine Lohnzahlung

Geleitet werden die Einheiten von Sommertrainer Frédéric Rothen. Das Ganze sei schon sehr herausfordernd für die Motivation: «Es gab gute Tage, da waren alle voller Hoffnung und Elan. Und es gab weniger gute Tage, wenn schlechte Neuigkeiten bekannt wurden. Da fragen sich die Spieler jeweils schon: Geht es hier weiter? Muss ich mir einen Klub suchen? Werde ich arbeitslos?»

Daher ist es bemerkenswert, wie in Kloten zum Nulltarif (alle sind seit zwei Monaten ohne Lohn) weiter gearbeitet wird. «Jeder tut das, obwohl er gar nicht muss», sagt Victor Stancescu, «ich bin stolz, Captain dieses Teams zu sein. Es gibt wohl nicht viele Mannschaften auf der Welt, die bereit wären, diesen Preis zu bezahlen.»

«Es kommt schon gut»

Was alle verbindet, ist die Hoffnung, dass es in Kloten weitergeht. «Es kommt schon gut», sagt Stürmer Denis Hollenstein und lächelt, bevor er unter die Dusche verschwindet. Es wäre ihm und all den anderen zu gönnen, wenn er Recht behält.

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