Sauber-Team 2010Startplatz gesichert, aber wer soll fahren?
Das Sauber-Team wird auch 2010 in der Formel 1 an den Start gehen. So weit, so gut. Aber Piloten hat der Schweizer Rennstall noch keinen. Die Zeit drängt, bis Weihnachten müsste der Entscheid gefallen sein.
«Der grosse Kampf beginnt erst jetzt», sagte Peter Sauber schon vor wenigen Tagen gegenüber «f1total.com». Damit meinte er nicht mehr die Sicherung des Startplatzes, sondern die Suche nach Sponsoren und Fahrern. Sponsormässig dürften die Chancen auf einen Deal mit Petronas gut stehen. Und wie siehts fahrermässig aus? Da ist noch vieles ungewiss. Da die Tests aber bereits im Februar wieder beginnen und der Januar genutzt werden muss um Einstellungen wie die Sitz- und Pedalenanpassung vorzunehmen, dürfte Sauber schon beim Jahreswechsel wissen, wer seine zwei Fahrer sind.
Fakt ist: Robert Kubica fährt 2010 für Renault und Nick Heidfelds Vertrag läuft aus. Der Deutsche macht keinen Hehl daraus, dass er gerne für Mercedes an den Start gehen würde. Auch die Silberpfeile sind interessiert. Sie haben neben Nico Rosberg noch ein Cockpit zu vergeben. Neben dem Mönchengladbacher hält sich aber auch das Gerücht der Schumi-Rückkehr hartnäckig. Kehrt der siebenfache Weltmeister tatsächlich zurück, dürfte Heidfeld bei Sauber zumindest eine achte Saison anreihen.
Ein Routinier und ein Newcomer?
Damit würde Peter Sauber in die Hände gespielt werden. Denn es ist davon auszugehen, dass der Hinwiler Teamchef auf eine Kombination mit einem erfahrenen Piloten und einem jungen Wilden setzen wird. Neben Heidfeld gibts noch weitere routinierte Fahrer auf dem Markt.
Da wäre zum einen Jarno Trulli. Der ehemalige Toyota-Pilot erklärte kürzlich, dass ein Wechsel in die Nascar-Serie noch kein Thema sei. Er werde aber schon bald wissen, was er 2010 machen werde. Der 35-Jährige hat nicht nur gute Chancen bei Lotus, sondern könnte auch zu Sauber wechseln.
Etabliert ist auch Giancarlo Fisichella. Der Italiener ist seit Jahren im Zirkus mit dabei und aktuell bei Ferrari Test- und Ersatzpilot. Doch wenn das Sauber-Team – welches von Ferrari Motoren erhält – einen Piloten braucht, könnte «Fisico» zur Stelle sein. Aussenseiterchancen auf ein Cockpit besitzt zudem Heikki Kovalainen. Der Finne wurde bei McLaren ausgemustert und derzeit auch noch bei Renault im Gespräch.
Junge Wilde und Geld
Bei den jungen Piloten drängen sich vor allem zwei in den Vordergrund. Dies hat wohl nicht nur mit fahrerischen Fähigkeiten zu tun, sondern auch mit Sponsoren. Denn sowohl Vitaly Petrov wie auch Kamui Kobayashi würden nicht nur einen neuen Markt für das Team öffnen, sondern auch Geld mitbringen. Der Russe Petrov schloss die GP2-Saison auf dem zweiten Gesamtrang ab und ist auch bei Campos ein heisser Kandidat. «Er wäre sehr interessant», zitierte «motorsport-total.com» vor wenigen Tagen Peter Sauber. Kobayashi hat immerhin Panasonic im Hintergrund. Der 23-Jährige war letzte Saison bei Toyota Testfahrer und liess bei seinem Einsatz im letzten Rennen der Saison seine Klasse aufblitzen. Der Japaner ist ebenfalls noch bei Renault im Gespräch.
Klien vom Testfahrer zum Stammpiloten?
Doch auch Christian Klien wird noch als Pilot gehandelt. Der Testfahrer der letzten Saison gilt als sehr beliebter Pilot innerhalb des Teams, hat allerdings jeweils mit grossen Leistungsschwankungen zu kämpfen. Der Österreicher ist neben Sauber auch beim Team US F1 und Lotus im Gespräch. Ein weiterer Name, den man immer wieder lesen konnte ist Pedro de la Rosa. Der 38-jährige Spanier – zuletzt Testpilot bei McLaren - hofft auf einen Startplatz bei Sauber oder dem Team US F1.
Möglichkeiten gibt es aktuell noch unzählige. Denn auch andere Teams sind noch auf der Suche nach passenden Fahrern. Doch wenn einmal Schwung im Transfer-Karussell ist, geht plötzlich alles sehr schnell.