DFB geht gegen Beckenbauer und Fifa vor

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Fussball-WM 2006DFB geht gegen Beckenbauer und Fifa vor

Der Deutsche Fussball-Bund will in der Affäre um die Vergabe der WM 2006 mögliche Schadenersatzansprüche in Millionenhöhe nicht verjähren lassen.

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Offene Fragen: Theo Zwanziger (l.) und Franz Beckenbauer stehen in der Affäre um die WM 2006 im Mittelpunkt. (Archiv)

Offene Fragen: Theo Zwanziger (l.) und Franz Beckenbauer stehen in der Affäre um die WM 2006 im Mittelpunkt. (Archiv)

Keystone/Steffen Schmidt

Der Skandal um die Ausrichtung der Fussball-WM 2006 in Deutschland geht in die nächste Runde. Der Deutsche Fussball-Bund (DFB) hält sich mögliche Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe gegen das Organisationskomitee (OK) des Turniers, frühere Funktionäre und den Weltverband Fifa in Zürich offen. «Der DFB hat die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um eine etwaige Verjährung von Ansprüchen des gemeinnützigen Verbandes zu verhindern», teilte der DFB mit, nachdem diverse deutsche Medien darüber berichtet hatten.

Diese Ansprüche seitens des DFB, der von einer Anwaltskanzlei in Berlin vertreten wird, richten sich gegen den früheren OK-Chef Franz Beckenbauer, die ehemaligen Verbandspräsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach, weitere Funktionäre, den Testamentvollstrecker von Robert Louis-Dreyfus sowie die Fifa. Im Mittelpunkt der Affäre steht eine ungeklärte Zahlung von rund 7 Millionen Euro, die der ehemalige Adidas-Chef Louis Dreyfus zunächst im Auftrag des OK von 2006 an die Fifa geleistet hat. Infolge verschwand der Betrag in einer schwarzen Kasse, wie der «Spiegel» recherchiert hat.

Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt a. M. hat überdies Ermittlungen gegen Niersbach, Zwanziger und den früheren DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt eingeleitet. Die drei Funktionäre seien für falsche Steuererklärungen für das Jahr 2006 verantwortlich.

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