Chefermittler Garcia knöpft sich Fifa vor

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WM-VergabenChefermittler Garcia knöpft sich Fifa vor

Die WM-Vergaben 2018 und 2022 sollen nicht von Korruption begleitet gewesen sein, heisst es. Fifa-Chefermittler Michael Garcia will sich damit nicht zufriedengeben.

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Die umstrittenen WM-Vergaben 2018 an Russland und 2022 an Katar erhitzen die Gemüter weiter. Die Fifa-Ethikkommission gab am Donnerstagmorgen bekannt, dass die umstrittenen WM-Vergaben rechtens seien. Es gebe zwar viele Verstösse gegen moralische und juristische Regeln des Weltfussballverbandes, diese seien aber nicht so gravierend, dass Sanktionen zu fällen wären. Das steht in einem 42-seitigen Bericht der Ethikkammer unter dem Vorsitz des deutschen Juristen Hans-Joachim Eckert.

Fifa-Chefermittler Michael Garcia, der als Vorsitzender der Ermittlungskammer der Ethikkommission waltet, sieht das anders. «Es gibt zahlreiche unvollständige und fehlerhafte Darstellungen der Tatsachen und Schlussfolgerungen, die im Untersuchungsbericht enthalten sind», bemängelt der ehemalige FBI-Direktor den Entscheid der Ethikkommission. Garcia kündigte zudem eine Berufung an.

Alle Untersuchungen eingestellt

Garcia hat die Vorwürfe selbst untersucht. Er befragte 75 Zeugen und verfasste im September einen 350-seitigen Bericht, den er der Ethikkommission vorlegte. Davon wollte der Chefermittler möglichst viel veröffentlicht sehen, was nun mit der massiv abgespeckten Version nicht der Fall ist. Eckert gab am Donnerstagmorgen auch bekannt, dass gegen die anderen Bewerber für die Turniere 2018 und 2022 nicht weiter ermittelt wird.

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