«Fairplay interessiert uns nicht»

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«Fairplay interessiert uns nicht»

Willkommen beim «Brutalo FC»: Der Drittligaklub SCI Esperia Bern sammelte 23 rote Karten und ist damit der unfairste Klub der Schweiz. Die Clubleitung interessiert das nicht: Dort hält man nichts von der Fairplay-Rangliste.

«Hauptsache, wir steigen in die 2. Liga auf», gab Clubleiter Vito Zingarello gegenüber der «SonntagsZeitung» zum besten. Und: «Eigentlich interessiert mit diese Fairplay-Rangliste nicht», so Zingarello weiter.

Sein Club, der pikanterweise gleich gegenüber des «Haus des Fussballs» des SFV in Bern liegt, sammelte nicht weniger als 23 rote und 96 gelbe Karten - und das in lediglich 58 Spielen. Wegen Faustschlägen, Ohrfeigen für Gegenspieler oder grober Beleidigung des Schiedsrichters.

Das geht aus der alljährlich vom Fussballverband SFV erstellten Statistik der 954 gemeldeten Amateurvereine hervor. Insgesamt kam es auf den Fussballplätzen in der letzten Saison zu 55 schweren Vergehen, die vom Fussballverband geahndet werden mussten – deutlich weniger als 2005/06. Laut Täterprofil sind 18 Prozent Schweizer, 38 Prozent stammen aus dem Balkan, 12 Prozent sind Portugiesen und 10 Prozent Italiener.

«Der Fussballverband ist gesteuert und braucht unsere Bussen, um sich zu finanzieren», behauptet Clubchef Zingarello gegenüber der «SonntagsZeitung». SCI Esperia Bern bezahlte für die insgesamt 119 Verwarnungen 5000 Franken. Die Disziplinarkommission kommentierte trocken, dass der Drittligaklub «lieber selber über die Bücher» solle.

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