Aufnahmen gelöschtSchwere Vorwürfe gegen Fifa-Boss Infantino
Der Fifa-Präsident hat offenbar eine brisante Audio-Aufnahme eines Meetings löschen lassen. In dieser ging es um die Absetzung des Chefaufsehers.
Rund drei Monate nach der Einsetzung von Präsident Gianni Infantino rumort es bei der Fifa gewaltig. Dem «Tages-Anzeiger» liegt ein E-Mail-Wechsel vom 2o. bis 23. Mai vor, der zeigt, wie Marco Villiger, Chef der Fifa-Rechtsabteilung, die Löschung eines internen Audio-Mitschnitts einer Fifa-Council-Sitzung in Mexiko-City verlangt. Villiger schreibt zudem, den Auftrag zur Vernichtung habe «der Präsident» gegeben – also der Walliser Infantino. Das Protokoll der Sitzung sollte zudem nicht wie vorgesehen das Büro des Generalsekretärs schreiben, sondern ein enger Mitarbeiter Infantinos, wie Tagesanzeiger.ch/Newsnetz berichtet.
Gemäss der «FAZ» hat der Fifa-Präsident an der betreffenden Council-Sitzung die Entmachtung von Domenico Scala verlangt. Scala war Chef der der Audit- und Compliance-Kommission, trat aber aus Verärgerung über die Vorgänge im Verband von seinem Posten zurück.
Die Rolle der Ethikkommission
Ein Sprecher der Fifa weist die Vorwürfe gegen Infantino zurück. Es habe sich lediglich um eine falsch abgelegte Kopie des Audio-Files gehandelt. Das Original der Aufzeichung existiere nach wie vor im Archiv.
Ob die Ethikkommission des Verbandes auf Grund der jüngsten Ereignisse eine Untersuchung gegen den Präsidenten eingeleitet hat, ist nicht bekannt. Sie wird aber bestimmt Abklärungen treffen, wenn sich die Vorwürfe gegen Infantino erhärten. Infantino droht unter Umständen eine provisorische Suspendierung und eine unangenehme Zeit.