WM-Qualifikation5:2-Gala – die Nati ist bereit für Portugal
Nach dem 5:2 gegen Ungarn ist es Tatsache: Am Dienstag kommt es zum grossen Showdown zwischen der Schweiz und Europameister Portugal.
«Das wird ein geiles Spiel», sagte Granit Xhaka nach der 5:2-Gala gegen Ungarn, «für solche Spiele leben wir.» Der Regisseur meinte natürlich das letzte Gruppenspiel vom Dienstag gegen Portugal in Lissabon. Dann kommt es zum grossen Finale um den Gruppensieg und die direkte Qualifikation für die WM 2018.
Ein «geiles» Spiel lieferten die Schweizer gegen Ungarn ab. Die Equipe von Trainer Vladimir Petkovic machte mit den Gästen kurzen Prozess und holte den neunten Sieg im neunten Qualifikationsspiel. Die Schweizer zeigten eine imposante erste Halbzeit im St. Jakob-Park und führten nach 45 Minuten bereits 3:0.
Eine Slapstick-Einlage von Ungarn-Keeper Peter Gulacsi eröffnete den Schweizer Torreigen. Granit Xhaka reagierte in der 18. Minute blitzschnell. Der Mittelfeldspieler reagierte auf eine an sich harmlose Rückgabe des ungarischen Verteidigers Guzmics und bedrängte Keeper Gulacsi. Dieser rutschte im dümmsten Moment aus.
Granit Xhaka trifft gegen Ungarn zum 1:0. (Quelle: SRF)
(Video: SRF)
Nicht einmal eineinhalb Zeiger-Umdrehungen später erhöhte Fabian Frei – er ersetzte den gelb-gefährdeten Blerim Dzemaili – nach einer Vorlage von Steven Zuber auf 2:0. Vor dem Pausenpfiff traf Zuber (43.) dann selbst zum 3:0.
Behrami auf der Tribüne
Das Joggeli verwandelte sich in ein Tollhaus. 32'000 Fans jubelten, sangen und feuerten die Nati an. «Es war die perfekte Halbzeit», sagte Valon Behrami im Pausen-Interview mit SRF. Der Patron und Leader fehlte verletzungsbedingt, wollte sein Team aber vor Ort unterstützen. Auch Gelson Fernandes – ebenfalls verletzt – drückte im Stadion die Daumen.
Behrami war bereits am Morgen im Mannschaftshotel eingetroffen. Weil «wir ein echtes Team sind», sagte der Tessiner. «Wenn es immer so gut läuft, bleibe ich auch in Zukunft auf der Tribüne», sagte er lachend. «Ich wollte das Team spüren und helfen – aber heute brauchte es mich überhaupt nicht», so der 76-fache Nationalspieler.
Zuber erfolgreichster Backup
Es hat ihn (zumindest) am Samstagabend nicht gebraucht. Remo Freuler ersetzte den Routinier souverän, wie auch Frei ein sehr guter Stellvertreter für Dzemaili war. Der erfolgreichste Backup war aber Zuber. Der Hoffenheim-Söldner liess seinem ersten Länderspieltreffer nach der Pause gleich noch einen zweiten folgen.
In der 49. Minute versenkte er eine Vorlage von Haris Seferovic zum 4:0 – allerdings mit gütiger Mithilfe – von, jawohl, Peter Gulacsi. Der ungarische Keeper erwischte einen rabenschwarzen Tag. Der Schlussmann von RB Leipzig wusste es, vergrub sein Gesicht tief in seinen Handschuhen.
Das 5:1 besorgte kurz vor Schluss der Captain persönlich. Xherdan Shaqiri, einer der auffälligsten Schweizer, legte auf. Stephan Lichtsteiner markierte sein drittes Tor in der laufenden WM-Qualifikation eiskalt.
Kleiner Wermutstropfen
Der kleine Wermutstropfen des überragenden Schweizer Auftritts: 598 Minuten war Yann Sommer in der Qualifikation ohne Gegentor geblieben. Richard Guzmics (58.) beendete den Shutout des Schweizer Nationalkeepers mit dem 4:1. Der zweite ungarische Treffer war ärgerlich, weil er unnötig war. Roland Ugrai traf zum 5:2-Schlussresultat.
Die Schweizer holten sich in brillanter Manier Schwung für den Showdown am Dienstag in Lissabon. Die portugiesischen Beobachter auf der Tribüne dürfte sich ihre Gedanken gemacht haben.
Weil auch Portugal in Andorra gewann, bleibt es dabei: Am Dienstag wird aus der Qualifikation ein Krimi. Die Schweiz duelliert sich in Lissabon mit Portugal um den Gruppensieg. Im Minimum reicht der Mannschaft von Vladimir Petkovic ein Remis. Die Gala gegen Ungarn gibt der Schweiz Schwung für einen Sieg mit.
Schweiz - Ungarn 5:2 (3:0)
St.-Jakob-Park, Basel. - 32'018 Zuschauer. - SR Tagliavento (ITA).
Tore: 18. Xhaka 1:0. 20. Frei (Zuber) 2:0. 43. Zuber (Shaqiri) 3:0. 49. Zuber (Seferovic) 4:0. 58. Guzmics 4:1. 83. Lichtsteiner (Shaqiri) 5:1. 88. Ugrai 5:2.
Schweiz: Sommer; Lichtsteiner, Schär, Djourou, Moubandje; Freuler (85. Derdiyok), Xhaka; Shaqiri, Frei (73. Zakaria), Zuber; Seferovic (63. Embolo).
Ungarn: Gulacsi; Bese (32. Lang), Guzmics, Kadar, Korhut; Patkai, Elek (56. Markvart); Lovrencsics, Adam Nagy, Varga (69. Sallai); Ugrai.
Bemerkungen: Schweiz ohne Behrami, Gelson Fernandes und Edimilson Fernandes (alle verletzt), Ungarn ohne Dzsudzsak und Fiola (beide gesperrt) sowie Gera und Szalai (beide verletzt).
Verwarnungen: 35. Ugrai (Foul). 44. Elek (Foul). (sda)