Jubel doch für GeneräleEigene Website entlarvt Mandzukic
Galt Mario Mandzukics Jubel den freigelassenen Generälen Gotovina und Markac? Der Torschütze beteuert, er sei unpolitisch. Doch auf seiner Homepage tönt es plötzlich ganz anders.
Mandzukics Torjubel nach dem 1:0 gegen Nürnberg. (Video: Dailymotion.com)
Der Salut-Jubel der Bayern-Spieler Mario Mandzukic und Xherdan Shaqiri beim 1:1 in Nürnberg hat für viel Wirbel gesorgt. Galt der Jubel den freigelassenen kroatischen Generälen Ante Gotovina und Mladen Markac? Mandzukic wiegelte nach der Partie ab: «Ich bin total perplex, was aus dem Torjubel gemacht wird. Das hat mit Politik nichts zu tun, ich bin lediglich zur Kurve gerannt und habe unsere Fans begrüsst. Ich bin völlig unpolitisch», so der kroatische Nationalspieler.
Auch auf seiner kroatischen Website hat sich Mandzukic mittlerweile zur vieldiskutierten Geste geäussert. Dort tönt es allerdings etwas anders. «Liebe Fans, hiermit melde ich mich wegen der Verwirrung in den Medien. Das war nichts Sensationelles. Ich bin Kroate und teile die Freude meiner Mitbürger. Mein Gruss war der Ausdruck einer sehr persönlichen Emotion, die ich gefühlt habe, wie jeder andere Kroate auch.»
Kroatische Medien werten Hinweis als Eingeständnis
Mandzukics Eintrag auf seiner Homepage wurde von allen grossen Zeitungen in Kroatien aufgenommen. Obwohl der Stürmer zwar nicht eindeutig geschrieben hat, dass sein Gruss den Generälen galt, ist sich die Zeitung «Vecernji» sicher: «Mandzukic gesteht, dass er für die Generäle salutiert hat.» So lautet jedenfalls die Schlagzeile.
Sogar Mandzukics Manager, Ivan Cvjetkovi, fällt seinem Schützling in den Rücken. Er ist sich absolut sicher, dass der Jubel für Gotovina und Markac bestimmt war. «Ich bin stolz auf Mario und erfreut darüber, wie er sein Tor gefeiert hat und sich allen Kroaten in der Freude über die Rückkehr unserer Generäle angeschlossen hat», sagt der Manager der Zeitung «Vecernji».
Keine vereinsinternen Konsequenzen
Wie deutsche Medien berichten, dürfte der Salut-Jubel vereinsintern keine Folgen für Mandzukic und Shaqiri haben. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erklärte vor dem Abflug zum Champions-League-Spiel nach Valencia: «Die beiden haben das schon klargestellt. Und der FC Bayern ist auch nicht unbedingt bekannt dafür, politisch motiviert zu sein.»
Der DFB hat allerdings reagiert und die beiden in einem offenen Brief abgemahnt. Der Verband fordert die beiden Bayern-Stars darin auf, «derartige Jubelformen zu unterlassen, um Fehlinterpretationen zu vermeiden». Damit sei die Angelegenheit für den Verband erledigt.
Serbiens Nationalcoach droht mit Boykott
Die angespannten politischen Beziehungen zwischen Serbien und Kroatien haben auch den Fussball erreicht. Serbiens Nationaltrainer Sinisa Mihajlovic droht mit einem Boykott des WM-Qualifiaktionsspiels gegen Kroatien am 22. März 2013 in Zagreb. Hintergrund ist der Vorschlag von Kroatiens Nationalcoach Igor Stimac, dass die beiden Generäle Ante Gotovina und Mladen Markac als Ehrengäste einen obligatorischen Anstoss vor dem Anpfiff ausführen sollten.