U21-Handball-WMSchweizer Handball-Jungs verpassen zweiten Exploit
Die Schweizer U21-Handballer scheiden an der WM in Bosnien-Herzegowina im Viertelfinal aus. Gegen Spanien setzt es eine 22:26-Niederlage ab.
Im WM-Viertelfinal gegen Spanien endete für die Schweizer U21-Auswahl der Höhenflug. Nach harter Gegenwehr unterlagen die SHV-Junioren dem Nachwuchs von Weltmeister Spanien 22:26 (12:13).
Der beeindruckende Kraftakt gegen den WM-Favoriten Dänemark kostete Substanz und war in gleicher Form nicht mehr zu wiederholen. Die Schweizer bedrängten aber auch die Iberer, die vor einem Jahr den EM-Titel gewonnen haben, in der Olympia-Halle von Sarajevo bis zur Schlussphase erheblich.
Erst nach der 52. Minute und wegen einer umstrittenen Disqualifikation des Abwehrspezialisten Stefan Huwyler kam Michael Suters Team vom Erfolgskurs ab. «Der Ausfall und die zahlreichen Strafen in den letzten Minuten waren für uns nicht mehr zu verkraften», bedauerte Suter und anerkannte, «dass die spanische Bank etwas breiter besetzt war».
Lob vom Chef
Der Schweizer Coach belohnte seine abermals couragierte und ungemein standhafte Equipe nach dem Viertelfinal-Out gleichwohl mit Komplimenten: «Es war erneut eine grossartige Leistung und ein toller Fight.»
Eine Auswahl, die teils mit 16- und 17-Jährigen antrat und mit einem vergleichsweise schlanken Betreuerstab auskommen musste, forderte die womöglich nächste goldene Generation Spaniens während 85 Prozent des Spiels bis zum Limit. «Die Spanier führten am Ende Freudentänze auf», registrierte Suter - das sei für ihn indirekt auch ein Zeichen der Wertschätzung des eigenen Auftritts gewesen.
Mit dem vierten Vorstoss unter die Top 8 demonstrierten Suters Hoffnungsträger auf verschiedenen Altersstufen, dass mit ihnen in absehbarer Zeit zu rechnen sein wird. Der Coach selber hält einen baldigen Schub auf A-Ebene durchaus für möglich.
«Acht bis zehn meiner WM-Equipe sollten früher oder später in der Nationalmannschaft auftauchen», hatte Suter nach dem in der Handball-Szene europaweit wahrgenommenen Coup gegen Dänemark prognostiziert. Gegen Spanien wiesen die SHV-Talente ihre Kreditwürdigkeit trotz der Niederlage erneut nach.
Rang 5 als Ziel
In der nächsten Partie am Freitag steht für die Schweiz nun im Vordergrund, das Spiel um Platz 5 zu erreichen. «Diesen Schlussrang haben wir uns jetzt klar zum Ziel gesetzt», betonte der Schweizer Erfolgs-Trainer Suter - inzwischen wohl mehr als ein valabler Kandidat für den seit der Trennung von Goran Perkovac vakanten Posten der A-Nationalmannschaft.
U21-WM in Bosnien-Herzegowina. Viertelfinals:
Spanien - Schweiz 26:22 (13:12).
Frankreich - Ägypten 35:33 (14:16). Holland - Schweden 25:30 (13:10). (si)