Weiterer AufschubUrknallmaschine bis im Frühling lahm gelegt
Der neue Teilchenbeschleuniger LHC am CERN in Genf fällt länger aus als zunächst angenommen. Statt in zwei Monaten düfte die Anlage erst im Frühling 2009 wieder in Betrieb gehen.
Abklärungen hätten den Verdacht bestätigt, dass der Grund für das Helium-Leck in dem bis zu 100 Meter unter der Erde liegenden Tunnel eine fehlerhafte Schaltung zwischen zwei Magneten sei.
Für die Reparatur muss der betroffene Abschnitt zunächst von minus 271,3 Grad auf Raumtemperatur erwärmt werden. Danach muss die Maschine wieder heruntergekühlt werden.
Urknall simulieren
Im «Large Hadron Collider» (LHC) werden Atomkerne nahezu auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und mit Magnetfeldern, die 100 000 Mal stärker sind als das irdische, auf eine Kreisbahn gezwungen.
Bei gezielten Zusammenstössen der energiereichen Kerne wollen die Physiker mit haushohen Nachweisgeräten unter anderem erkunden, was kurz nach dem Urknall geschah, woraus die rätselhafte Dunkle Materie besteht und warum Materie überhaupt eine Masse besitzt.
Die starken Magneten des Beschleunigers können die Wasserstoff- Atomkerne (Protonen) nur auf Kurs halten, wenn das Vakuum im fast 27 Kilometer langen unterirdischen Beschleunigerring tiefgekühlt ist.
Die Forschungsmaschine, die erst am 10. September in Betrieb gegangen war, musste bereits nach wenigen Tagen wegen einer Kühlpanne vorübergehend abgeschaltet werden. Nach der erneuten Inbetriebnahme am vergangenen Freitag trat die Panne auf, die nun die längere Reparatur nötig macht. (sda)