DavoserschlittenEine Ikone soll zurück in ihre Heimat
Seit Jahrzehnten schon werden im Bündnerland keine Davoserschlitten mehr hergestellt. Der Schreiner Paul Ardüser will das ändern – mit Crowdfunding.
Schreiner Paul Ardüser über den Davoser Schlitten.
Er gehört wohl zu den bekanntesten Sportgeräten der Schweiz: der Davoserschlitten. Seinen Siegeszug trat der Sportschlitten bereits im Jahre 1888 an. Der Davoser Tobias Branger kam auf die Idee, die Schlitten aus Eschenholz mit Eisenbeschlägen zu verstärken.
Der Rodel avanciert zum Verkaufsschlager und wurde in der Folge tausendfach kopiert und in hohen Stückzahlen maschinell hergestellt. Damit konnten die Handwerker in der Heimat nicht mithalten. Vor Jahrzehnten wurde die Produktion in Davos eingestellt.
13'000 via Crowdfunding
Paul Ardüser hat es sich nun zum Ziel gesetzt, den Davoserschlitten zurück in seine Heimat zu holen. «Schon mein Grossvater hat die Schlitten von Hand hergestellt. Als mein Vater das Geschäft übernahm, ist das Handwerk dann untergegangen», erzählt er. Als er im letzten Jahr im Auftrag des örtlichen Tourismusbüros einen überdimensionalen Schlitten baute, kam die Idee, die alte Tradition wiederzubeleben.
Um seinen Traum zu verwirklichen, sammelt er via Crowdfunding Geld. 13'000 Franken sind nötig, um die ersten 20 Exemplare vorzufinanzieren. «In jedem Schlitten stecken sechs bis sieben Stunden Arbeit», erklärt Ardüser den hohen Betrag.
Ein Liebhaberobjekt, kein Massenprodukt
Wer das Projekt unterstützt, bekommt je nach Betrag etwas zurück: Für 15 Franken Zustupf gibt es einen Postkartengruss aus Davos. Wer 650 Franken zuschiesst, hat einen der 20 ersten handgefertigten Davoserschlitten auf sicher.
Viel günstiger werden die Holzrodel auch in Zukunft nicht sein. «Es ist ein Liebhaberobjekt für alle, die einen echten Davoserschlitten wollen», sagt Ardüser, «man muss sich bewusst sein, dass man kein Massenprodukt kauft, sondern ein Einzelstück aus der Schreinerei.»
Mehr Infos zum Projekt auf Davoserschlitten.ch