Schneemenge bricht erste Rekorde

Aktualisiert

Weisse LastSchneemenge bricht erste Rekorde

Die Alpen versinken im Schnee. Vielerorts lag seit Beginn der Schneemessungen 1961 noch nie mehr Schnee im Januar. In Goms türmt sich die weisse Pracht auf über 2,5 Meter.

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Die letzten Flocken sind heute Morgen gefallen. Nach mehr als zwei Tagen ununterbrochenem Schnee entspannt sich die Lage. «Sturm» Andrea hat sich verabschiedet und mit ihr die grossen Schneefälle in den Alpen. Allein zwischen Sonntagmorgen und Montagmorgen gab es im Hochgebirge stellenweise nochmals 50 Zentimeter Neuschnee, in den Hochtälern fielen rund 30 Zentimeter Schnee, wie die Nachrichtenagentur SDA berichtet.

Vom Schneemangel anfangs Dezember ist die Situation ins Gegenteil umgeschlagen. Heute Morgen verzeichneten 34 von 84 Beobachterstationen des Schnee- und Lawinenforschungsinstituts (SFL) in Davos ein neues Schneehöhenmaximum für den 9. Januar. So liegen in Klosters (1200 Meter über Meer) beispielsweise 185 Zentimeter, in Gadmen am Sustenpass (1190 M.ü.M.) sind es 179 Zentimeter. «Das heisst, an manchen Stationen liegt insgesamt so viel Schnee wie noch nie zu diesem Zeitpunkt», schreibt das SFL in einem Communiqué.

Auch «SF Meteo» hat seit Beginn der systematischen Schneemessungen im Jahr 1961 noch nie so viel Schnee Anfang Januar verzeichnet wie jetzt, schreibt die SDA. Im Goms im Wallis liegt demnach mittlerweile eine mehr als 2,5 Meter dicke Schneedecke. Grosse Schneemengen liegen auch in Andermatt UR (1,90 Meter) und auch in Arosa GR (1,73 Meter). Die mannshohe Schneelast ist im Vergleich zu den Hochalpen allerdings nichts: Stellenweise sind es dort schon rund 4 Meter.

Der absolute Rekord sind 816 Zentimeter Schnee

Viel Schnee gibt es auch im Süden und im Engadin. Am Südportal des Gotthardtunnels liegen rund 80 Zentimeter Schnee, im Oberengadin ist die Schneedecke gut 1,10 Meter mächtig. Wie das Schnee- und Lawinenforschungsinstitutes (SLF) in Davos berichtet, liegt damit im Goms, im Gotthardmassiv sowie in fast ganz Graubünden so viel Schnee wie noch nie an einem 9. Januar.

Die Rekordwerte stammen vor allem von Stationen am nördlichen Alpenkamm, des Wallis und Graubündens. In den Voralpen und im Süden wurden keine neuen Maximalwerte erreicht, schreibt das SFL. Die Schneehöhen sind allerdings über den ganzen Winter betrachtet noch keine Rekorde. Die Rekordschneehöhen werden gemäss SFL erst später im Winter erreicht. Um diese zu brechen, fehlen derzeit noch einige Flöckchen: So lagen am 26. Januar 1968 in Klosters 244 Zentimeter und in Gadmen am 25. Februar 1999 310 Zentimeter. Überhaupt war 1999 der absolute Rekord-Winter in Bezug auf die Schneemassen. Die Zahlen von damals wurden noch an keiner der Stationen erreicht. Der absolute Rekordwert wurde damals im April am Säntis gemessen mit sagenhaften 816 Zentimeter Schnee.

Wie die SFL schreibt, sind die Neuschneesummen der letzten 30 Tage (11.12.-09.01.) spezieller als die Schneehöhen. «Die Neuschneemengen kommen häufig nahe an die absoluten Rekordwerte», so das SFL. An wenigen Stationen wurden die bisherigen Rekorde sogar gebrochen. So beträgt die aufsummierte Neuschneemenge der letzten 30 Tage in Ulrichen (1350 m) 456 Zentimeter, in Zermatt (1600 m) 239 Zentimeter und in Samedan (1750 m) 192 Zentimeter.

Lawinengefahr bleibt erheblich

Die grossen Schneemengen bedeuten neben guten Aussichten für den Tourismus vor allem eines: Lawinengefahr. Gemäss SFL herrscht momentan im ganzen Alpenraum Lawinengefahr der Stufe 3 – «erheblich». Am Montagnachmittag und am Dienstagmorgen fällt vor allem im Osten nochmals etwas Schnee. Zur Wochenmitte setzt sich aber ein Hoch durch. Es bringt den Alpen sehr sonniges und mildes Winterwetter. Dank dem Ende der Schneefälle sollte sich die Situation entspannen und die Gefahrenstufe könnte weiter sinken.

Bereits etwas entspannt hat sich die Verkehrssituation. Am Montagvormittag nahm der Autoverlad Furka zwischen Uri und dem Wallis den Betrieb wieder auf. Der Autoverlad Oberalp zwischen Uri und Graubünden aber bleibt bis auf weiteres eingestellt.

St.-Moritz-Strecke bleibt gesperrt

Wie die Matterhorn Gotthard Bahn mitteilte, bleibt wegen Lawinengefahr auch die Strecke Andermatt UR - Dieni GR bis auf weiteres gesperrt. Die Reisenden des Glacier Express, der St. Moritz GR und Zermatt VS verbindet, werden nach wie vor via Visp-Bern- Zürich-Chur umgeleitet.

Bei der Rhätischen Bahn in Graubünden war am Montagvormittag die Strecke zwischen Litzirüti und Arosa auf der Linie Chur-Arosa wegen Schneefalls unterbrochen. Es verkehrte ein Ersatzbus. Ab Mittag war die Bahnstrecke wieder normal befahrbar.

Zudem meldeten am Montagnachmittag Leserreporter, dass die Strecke der Rhätischen Bahn zwischen Klosters und Davos wegen eines umgestürzten Baumes unterbrochen ist. (amc/sda)

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