WetterTurbulentes Winterwetter im Anzug
Neue Schneefälle bis ins Flachland, Windböen und winterliche Temperaturen erwarten uns in der zweiten Wochenhälfte. Mit erheblichen Verkehrsbehinderungen ist zu rechnen. Doch wirklich kalt ist es in Osteuropa. Allein in Polen sind bereits 212 Menschen erfroren.
In der Nacht auf Donnerstag zieht von Deutschland her die erste Störungszone in die Schweiz, wie MeteoNews mitteilt. Danach staut sich die Feuchtigkeit in den Alpen und sorgt für anhaltende und kräftige Schneefälle. Im Flachland schneit es bei böigem Westwind ebenfalls. Am Freitag und vor allem in der Nacht auf Samstag gibt es weitere, teilweise ergiebige Schneefälle.
Das Wochenende bringt nach den aktuellen Unterlagen eher wechselhaftes Wetter mit Auflockerungen und Schnee- oder Graupelschauern. Den Alpen entlang muss bis Sonntag mit einem halben Meter Neuschnee gerechnet werden, was die Lawinengefahr ansteigen lässt.
Sibirische Kälte fordert Todesopfer
Eine sibirische Kältewelle sorgt in Osteuropa seit Tagen für eisiges Wetter. In Polen starben seit Anfang November schon 212 Menschen an den Folgen der Winterkälte. «Die Kälte tötete am Montag zehn Menschen, nachdem am Sonntag bereits elf gestorben waren», teilte Polizeisprecherin Kamila Szala in Warschau mit. Im Süden des Landes waren am Dienstagmorgen rund 5000 Haushalte ohne Strom, weil die Leitungen zusammengebrochen waren. Die Kältewelle hat sich am Dienstag aus Osteuropa weiter in Richtung Westen bewegt.
In Bulgarien war es minus 25,5 Grad kalt, in Rumänien fielen die Temperaturen gar auf minus 35 Grad. Laut dem Gesundheitsministerium in Bukarest erfroren am Dienstag erneut zehn Menschen, nachdem schon am Montag neun Menschen umgekommen waren. Betroffen waren vor allem Obdachlose. Damit stieg die Zahl der Kältetoten innerhalb einer Woche auf 33.
Rekordwerte in Russland
Rekordwerte gab es im europäischen Teil Russlands. «Zum ersten Mal seit 50 Jahren hat es auf dem ganzen Gebiet im europäischen Teil Russlands im Monat Januar noch keine Plustemperatur gegeben», sagte der Chef des russischen Wetterdienstes Gydromedzentr der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. In Orjol, rund 380 Kilometer südlich von Moskau, fiel das Thermometer am Dienstag auf minus 30 Grad.
Auch Nordgriechenland ist fest im Griff der Kältewelle. In der Grenzstadt Orestiada zur Türkei wurden Temperaturen von minus 13 Grad gemessen. Dauerfrost herrschte auch entlang der Grenzen zu Albanien und Bulgarien. Sogar auf den Inseln der Nordägäis Thassos und Samothraki schneite es.
Selbst im Sonnenland Spanien wurden Schneewarnungen ausgesprochen. Die Kaltfront dürfte Meteorologen zufolge in Richtung Südwesten weiterwandern und auch die Maghrebstaaten Marokko und Algerien erreichen. (whr/sda)