Schweizer beweisenKiffen kann Psychosen auslösen
Basler Forscher haben erstmals umfassend untersucht, wie gefährlich Kiffen ist. Sie konnten nachweisen, dass Cannabis zu Hirnschwund führen kann.

Cannabis-Konsum ist gefährlicher als viele denken
Kiffen macht dumm, paranoid und schizophren: Studien zu den negativen Folgen des Cannabis-Konsum gibt es viele. Die meisten beruhen allerdings auf einem zu kleinen Datensatz, als dass sie eine zuverlässige Aussage erlaubten.
Das haben Forscher der an der Universitären Psychiatrischen Klinik Basel (UPK) nun geändert: Das Team hat sämtliche weltweit je publizierten Studien über kiffende Psychosepatienten zusammengefasst und kommt damit auf über 1000 Versuchspersonen. Die Meta-Analyse zeigt, dass Kiffen die Hirnstruktur entscheidend verändern kann. Dieser Effekt war bisher nur von härteren Drogen wie Ecstasy und Kokain bekannt.
Psychose-Patienten leiden unter Verfolgungswahn, Ich-Störungen oder dem ständigen Gefühl, von inneren Stimmen beschimpft zu werden – und dies oft ein Leben lang. «Kiffen ist zwar nicht der einzige Grund für eine Psychose, aber in gewissen Fällen kann es der Auslöser sein», sagt Studienleiterin Anita Riecher-Rössler.
Hirnveränderungen bereits vor Ausbruch der Psychose
Die Hirnscans bei Psychose-Patienten hätten ergeben, dass jene Hirnregionen betroffen seien, die durch Cannabis stimuliert würden. Zudem gab es Hinweise, dass Cannabis-Konsum bei Psychose-Patienten bereits vor dem Ausbruch der Krankheit zu einem Abbau von Gehirnvolumen führen kann. «Wir konnten zeigen, dass Kiffen vermutlich gefährlicher ist als viele denken», sagt Riecher-Rössler.
Für Roland Stähli, Präventionsbeauftragter des Kantons Zürich, sind solche Forschungsergebnisse wichtig. «Jugendliche und junge Erwachsenen unterschätzen häufig die Risiken des Cannabis-Konsums, obwohl wir auf unseren Flyern darauf hinweisen.»