Aus StammzellenTestlauf für neue Kinder-Herzklappen
Im Labor gezüchtete Blutgefässe werden bald erstmals beim Menschen eingepflanzt.

Abbaubares Gerüst für Herzklappen. (Bild: Schweizerischer Nationalfonds)
Herzklappen aus Stammzellen nachbauen, das kann Simon Phillipp Hoerstrup, der Leiter des Zentrums für Regenerative Medizin am Unispital Zürich, im Tierversuch schon länger. Dafür entnimmt er Zellen aus dem Knochenmark von Lämmern und überträgt sie auf ein herzklappenförmiges Gerüst aus Zucker. Dort wachsen sie zu einer vollständigen Herzklappe heran, die später eingepflanzt werden kann.
Weil sich das Zuckergerüst von selbst auflöst, bleibt am Ende nur körpereigenes Material übrig. Der Vorteil: Die neuen Herzklappen werden vom Immunsystem des Empfängers nicht abgestossen. Und sie wachsen mit. Damit sind sie ideal für den Einsatz bei Kindern.
Jungen Lämmern hat Hoerstrup solche Herzklappen aus Stammzellen schon erfolgreich eingepflanzt. Für eine Anwendung beim Menschen ist es aber zu früh. Denn noch ist nicht erwiesen, ob die Implantate aus körpereigenen Zellen im menschlichen Herzen dem enormen Druck des Blutes standhalten.
Aber schon im nächsten Jahr will der Forscher herzkranken Kindern neue Blutgefässe einsetzen, die er mit derselben Technik herstellt wie die Herzklappen. «Mit Blick auf ein möglichst geringes Risiko für die Patienten» wählt Hoerstrup dazu Gefässe aus dem Lungenkreislauf, denn dort ist der Blutdruck geringer. In diesem Niederdrucksystem müssen sich schliesslich auch die Herzklappen bewähren, bevor sie auf der Hochdruckseite von Kinderherzen eingesetzt werden können.
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