Das Laborlamm aus Amsterdam

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Wollen wir das essen?Das Laborlamm aus Amsterdam

Immer mehr Menschen essen immer mehr Fleisch. Demzufolge furzen immer mehr Kühe die Ozonschicht weg. Die paar Vegetarier machen den Braten auch nicht fett. Darum muss nun das In-vitro-Fleisch her.

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So - oder hoffentlich nicht allzu ähnlich - könnte das Fleisch der Zukunft auf unseren Tisch kommen.

So - oder hoffentlich nicht allzu ähnlich - könnte das Fleisch der Zukunft auf unseren Tisch kommen.

Die weiter wachsende Bevölkerung - wir sind mittlerweile mehr als sieben Milliarden Erdenbürger - will gefüttert sein. Bei der Produktion von Esswaren wird die Umwelt immer stärker belastet. Und immer mehr Nutztiere furzen und rülpsen die Ozonschicht weg. Das muss aufhören, erkannte ein niederländischer Forscher und Industrieller namens Willem van Eelen.

Dank Hunger zur zündenden Idee

Der 1923 geborene van Eelen verbrachte den grössten Teil des Zweiten Krieges in Gefangenenlagern in Indonesien, wo er als Soldat diente. Nach dem Krieg liessen ihn die Gedanken an die Lager, den Hunger, den er litt, und die Tierquälereien, die er mitansehen musste, nicht mehr los. Eines Tages kam ihm der Gedankenblitz: «Warum können wir Fleisch nicht ausserhalb des Körpers züchten?». 1999 schliesslich ergatterte van Eelen die weltweiten Rechte auf In-vitro-Fleisch.

Es war denn auch der heute 86-Jährige, der laut «DRadio Wissen» das Forscherteam um Professor Mark Post zusammengetrommelt hat. Dieses tüftelt nun an der Uni von Maastricht, wie man In-vitro-Fleisch herstellen und schmackhaft machen könnte. Das holländische Wirtschaftsministerium hat das Projekt in den letzten vier Jahren mit zwei Millionen Euro unterstützt. Bedingung war, dass ein Experte das Projekt als realistisch und praxisnah einstuft. Das tat ein Wurst-Fabrikanten als Vertreter der Wirtschaft. Es ist also gut möglich, dass künftig nicht nur Tulpen, sondern auch Labor-Lämmer, Reagenzglas-Ragout und Chemie-Chalbsköpfe aus Amsterdam anrollen.

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