Masoala-HalleForscher bereiten sich im Zoo auf Expeditionen vor
Die Masoala-Halle des Zürcher Zoos dient Forschern als Testgelände. Sie proben darin für den Einsatz im Dschungel.
Die Luft ist warm und feucht. Im dichten Blättergewirr der tropischen Pflanzen lassen sich ab und zu Chamäleons und exotische Vögel blicken. Hier in der Masoala-Halle des Zürcher Zoos haben Forschende der Uni Zürich ihre High-Tech-Messapparatur aufgestellt.
Sie wollen testen, ob das Gerät Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit standhält. Denn künftig soll es dazu verwendet werden, die Vegetation in tropischen Regenwäldern zu vermessen.
Laser im Blätterwald
Mittels Laserstrahlen ermittelt es die Distanz zu Baumstämmen, Ästen, Blättern und Blüten. Aus den Daten erstellen die Forscher ein detailliertes 3-D-Modell eines Waldstücks. Dieses zeigt ihnen, wie viele verschiedene Pflanzenarten in dem Gebiet wachsen.
«Zudem lässt sich ableiten, wie viele Tierarten darin vorkommen könnten», sagt Felix Morsdorf, Geograf an der Uni Zürich.
Er und seine Kollegen tragen die Laser-Apparatur nun zum nächsten Messstandort, auf einer Plattform über den Wipfeln der Bäume. Auch im Regenwald auf der südostasiatischen Insel Borneo sollen Messungen in verschiedenen Höhen gemacht werden.
Viele Fragen zu klären
Dort untersuchen die Zürcher Forscher diesen Herbst ein 10'000 Quadratmeter grosses Waldgebiet. Künftig sollen weitere dazukommen. So wollen sie herausfinden, wie stark die Abholzung der Regenwälder der Tier-und Pflanzenwelt schadet.
Nach dem Härtetest in der Masoala-Halle fällt das Fazit der Forscher positiv aus: Die Apparatur verträgt das tropische Klima gut – und wird dem Einsatz in Borneo wohl sogar besser gewachsen sein als so mancher mittlerweile schweissgebadete Forscher.
«Wissen»
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