Soziales VerhaltenKluge Menschen fassen leichter Vertrauen
Vertrauen ist eine Frage der Intelligenz: Wer etwas im Kopf hat, vertraut anderen Menschen eher als weniger gescheite Zeitgenossen.

Ob wir anderen unseren Wohnungsschlüssel anvertrauen oder nicht hängt von unserer Intelligenz ab.
Wer in die Ferien geht, möchte seine Blumen gut versorgt wissen. Während die einen ihren Nachbarn ohne Zögern den Wohnungsschlüssel in die Hand drücken, müssen sich die anderen zunächst dazu durchringen. Warum manche Menschen anderen mehr vertrauen, haben Soziologen um Noah Carl von der Universität Oxford untersucht.
Dazu analysierten sie Daten des General Social Survey, einer Umfrage, mit deren Hilfe seit 1972 das soziale Verhalten von Amerikanern untersucht wird. Zusätzlich überprüften sie die Intelligenz der Teilnehmer mit einer Art Vokabeltest. Schliesslich wurden sie befragt, ob man den meisten Menschen vertrauen könne, ob es «darauf ankommt» oder ob man nie vorsichtig genug sein könne.
Gute Menschenkenntnis
Das Resultat: Je intelligenter die Person, desto eher war sie bereit, anderen Menschen zu vertrauen. Dies könnte damit zusammenhängen, dass intelligente Menschen über eine bessere Menschenkenntnis verfügen und deshalb sowohl Menschen als auch Situationen besser einschätzen können, so die Forscher. Deswegen würden sie eher mit solchen Personen zu tun haben, von denen sie nichts Schlimmes zu erwarten haben.
Die Ergebnisse könnten auch für Parteien und andere Verbände von Bedeutung sein, heisst es in der Studie weiter. Denn Menschen, die anderen vertrauen, halten sich auch für glücklicher und gesünder. Das seien gute Gründe für die Politik, religiöse Gruppen und andere Organisationen, das Vertrauen in der Gesellschaft zu kultivieren.
Die Arbeit wurde im Fachmagazin «PLOS One» veröffentlicht.