Null KalorienNeuer Zucker süsst, ohne dick zu machen
Zwar versüsst uns Zucker im wahrsten Sinne des Wortes das Essen, doch langfristig führt er zu Problemen. Eine gesunde Alternative naht.
Finger weg von Softdrinks! Zurückhaltung bei Gummibärli und Guetzli! So lautet immer öfter der Rat von Medizinern. Denn der darin enthaltene Zucker macht nicht nur dick, sondern auf Dauer auch krank. Diabetes und Herzkrankheiten können die Folge sein.
Doch ganz auf Süsses mögen die wenigsten verzichten. Deshalb setzen viele auf kalorienarme Getränke, die statt echten Zucker Ersatzstoffe wie Aspartam, Stevia oder Xylith enthalten. Doch an das Original kommen sie nicht heran – sie schmecken anders. Ausserdem haben auch Light-Produkte ungewollte Nebenwirkungen.
Keine Kalorien, voller Geschmack
Abhilfe schaffen könnte künftig die sogenannte Allulose (siehe Box), die Ken Izumori von der japanischen Kagawa-Universität und Präsident der Internationalen Gesellschaft von seltenen Zuckern (ISRS) entdeckt hat. Diese ist nicht nur zu 100 Prozent natürlich, sondern schmeckt laut Newsweek.com ebenso süss wie Rohr-, Frucht- oder Traubenzucker. Und das bei null Kalorien.
Zudem haben mehrere Studien mit Tieren und Menschen gezeigt, dass der neuartige Zucker gesundheitlich unbedenklich ist. Auch die US-Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA gab ihm im Januar 2014 das Prädikat «als sicher anerkannt».
Nur noch eine Frage der Zeit
Seither dürfte Allulose eigentlich in Lebensmitteln verwendet werden. Das Problem: Es gab bislang zu wenig davon. Denn bisher ist nur eine Pflanze bekannt, die es auf natürliche Weise herstellt: die Amerikanische Rosmarinweide (Itea virginica). Den Alternativzucker im Labor zu produzieren, wäre aufgrund des grossen Aufwands schlichtweg zu teuer geworden.
Doch ein Enzym, auf das Izumori durch Zufall im Garten hinter der Uni-Mensa gestossen war, brachte die Wende. Denn dieses ordnet die Atome von Fruchtzucker neu, sodass daraus Allulose entsteht. Seit dieser Erkenntnis hat die Produktion Fahrt aufgenommen. Mittlerweile ist der Forscher in der Lage, Allulose pfundweise herzustellen. Und auch Lebensmittelhersteller haben Blut geleckt. Es dürfte also nur noch eine Frage der Zeit sein, bis der neuartige Zucker auf den Markt kommt.
Für «That Sugar Film» wagte ein Australier ein selbstzerstörerisches Experiment: Er ass täglich 40 Teelöffel Zucker – 60 Tage lang. (Video: Youtube/That Sugar Film)
Was ist Allulose?
Genauso wie Fruchtzucker besteht auch Allulose aus sechs Kohlenstoff-, zwölf Wasserstoff und sechs Sauerstoffatomen. Einziger Unterschied: Die Anordnung der Atome. Warum dann die sogenannte Fructose so viel mehr Kalorien hat als die Neuentdeckung, ist unklar.