Vorrunden-Aus?Auch England droht die frühe Heimreise
England ist im zweiten Gruppenspiel schon unter Druck: Gegen Uruguay muss ein Sieg her. Sonst droht das erste Vorrunden-Aus seit 56 Jahren.
Und ein solches wäre für das einst so stolze Mutterland des Fussballs ein neuerlicher absoluter Tiefpunkt, nachdem die «Three Lions» an grossen Turnieren schon lange keine grossen Stricke mehr zerrissen haben. Seit der EM 1996 im eigenen Land erreichte der Weltmeister von 1966 an einer WM oder EM nie mehr einen Halbfinal.
Die aktuellen Hauptdarsteller sind sich der grossen Bedeutung der Partie gegen Uruguay bewusst. «Uns ist klar, dass wir mehr oder weniger draussen sind, wenn wir verlieren», sagt beispielsweise Stürmerstar Wayne Rooney, der auch nach dem Startmatch gegen Italien (1:2) weiter auf sein erstes WM-Tor überhaupt wartet. Und ein anderer Routinier, Mittelfeldspieler Frank Lampard, fordert: «Wir müssen uns so vorbereiten, als wäre es ein WM-Final: Alles ausblenden und fokussieren.»
Nicht eben gefördert wurde dieses Vorhaben vor dem Spiel der Spiele gegen Uruguay durch die ewige Diskussion um Wayne Rooney.
Via Facebook legte sich dieser mit den englischen Medien an, indem er schrieb: «Manchmal frage ich mich echt, was die hier machen.» Einige Zeitungen hatten zuvor gemutmasst, Rooney sei nach der schwachen Vorstellung gegen Italien von Coach Roy Hodgson zum Training in Englands zweite Garde verbannt worden. Tatsächlich schob der 28-Jährige eine Sonderschicht mit dieser, «allerdings auf eigenen Wunsch», wie er betonte, «ich wollte das so.» Dieses «Rooney-Gate» führte sogar dazu, dass der englische Verband zwei Reporter vorübergehend aussperrte.
Suárez brennt auf ersten Einsatz
Auch Uruguay ist zum Siegen verdammt: Die 1:3-Pleite gegen Costa Rica verfolgte Uruguays Stürmerstar Luis Suárez noch angeschlagen von der Bank aus. Nun, drei Wochen nach einer Arthroskopie im linken Knie, meldet sich der Liverpool-Goalgetter für den heutigen Knüller gegen England zurück und brennt auf einen Einsatz. «Ich fühle mich zu 100 Prozent fit», verspricht er.
Der exzentrische Stürmer setzt vor dem Duell der beiden bislang sieglosen Teams der Gruppe D auf psychologische Kriegsführung. «Ich kenne alle Spieler im englischen Team. Sie haben defensive Schwächen und wir können davon profitieren», erklärte der Torschützenkönig der englischen Premier League (31 Tore).
Vielleicht wird er sich nach der WM auf der Insel ohnehin nicht mehr blicken lassen (müssen). Denn Gerüchten zufolge flirten Suárez und Real Madrid intensiv miteinander.