Prandelli beklagt sich über italienisches Volk

Aktualisiert

RücktrittPrandelli beklagt sich über italienisches Volk

Cesare Prandelli tritt nach dem frühzeitigen Scheitern der Azzurri zurück. Das teilte er kurz nach dem 0:1 gegen Uruguay mit - und holte zum Rundumschlag gegen die italienische Bevölkerung aus.

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Cesare Prandelli hat nach dem Vorrunden-Aus Italiens bei der WM in Brasilien seinen sofortigen Rücktritt als Nationaltrainer erklärt. Das teilte der Coach kurz nach dem 0:1 gegen Uruguay mit. Auch Verbandspräsident Giancarlo Abete legt sein Amt nieder.

Prandelli erklärte völlig konsterniert: «Es tut weh, so aus der WM auszuscheiden. Ich übernehme die gesamte Verantwortung. Mein technisches Konzept ist gescheitert. Das Projekt stand unter meiner Verantwortung. Es ist missglückt.»

Prandelli schiesst gegen italienische Bevölkerung

Offenbar fühlte sich der 56-Jährige schon länger unverstanden. Erst Ende Mai wurde sein Vertrag bis 2016 verlängert. Danach musste er heftige Kritik wegen seines Millionengehalts einstecken.

Ausserdem berichteten italienische Medien, Cesare Prandelli habe Steuern hinterzogen. Dies sei ein weiterer Grund für seinen Rücktritt, erklärte der ehemalige Mittelfeldspieler. Er sei kein Dieb, habe seine Steuern immer bezahlt.

Am Ende der Medienkonferenz holte Prandelli zum Rundumschlag aus und beklagte auch den fehlenden Rückhalt in der italienischen Bevölkerung. Danach stand er auf und verliess den Raum.

Italien steht vor Total-Umbau

Prandelli hatte die Squadra Azzurra nach dem Vorrunden-Aus bei der WM 2010 als Nachfolger von Marcello Lippi übernommen und das Team anschliessend bei der EM 2012 in den Final geführt.

Italien steht vor einem kompletten Umbau. Nachdem Prandelli seinen unwiderruflichen Rücktritt angekündigt hatte, zog auch Verbandspräsident Abete die Konsequenzen und legte sein Amt nieder. Die Entscheidung sei bereits vor der WM gefallen. «Wenn wir zurück sind, werde ich eine Verbandssitzung einberufen. Ich hoffe, dass wenigstens Cesare seine Entscheidung zurücknimmt», sagte Abete.

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