PoputschikDie Fifa zensiert DJ Antoine
Unser Kolumnist stellte beim ersten Schweizer Auftritt in der Rostow-Arena fest: Dem WM-Song von DJ Antoine wurde der spanische Rap-Teil entfernt.
Auf jeden Fall ein Ohrwurm: WM-Song von DJ Antoine.(Video: SFV/Tamedia)
Ich entschuldige mich gleich im Voraus. Vielleicht haben Sie ja schon wieder vergessen (oder vielleicht gar nie gewusst), dass DJ Antoine tatsächlich den offiziellen Song für die Schweizer Nati hergestellt hat. Und jetzt bringe ich es Ihnen (wieder) ins Bewusstsein. Sorry.
Auch ich hatte es verdrängt. Bis zu dem Moment in der Rostow-Arena, als der «Swiss Song» so ohrenbetäubend laut angekündigt wurde, dass nicht mal mein Grossvater selig hätte behaupten können, er habe es wegen seiner Schwerhörigkeit nicht mitbekommen.
Der Schweizer Verband hat also der Fifa den Song mit dem tollen Titel «Olé, Olé» zugestellt. Und die hat ihn gleich wieder zurückgeschickt. Mit der Bitte, die Schweizer sollten doch bitte den sexistischen Brunz in der Mitte wegmachen.
Also, exakt so sagt es die Frau von der Fifa nicht. Sie erklärt mir, dass der Text ja in der Karaoke-Version riesig auf den Anzeigetafeln zu lesen sei. Und dass es viele Kinder im Stadion habe. Ja, da passen Zeilen wie «Ich werde dich mit Lust füllen. Ich will, dass du schreist: Olé!» eher weniger.
Jetzt läuft «Olé, Olé» an der WM ohne spanischen Rap-Teil in der Mitte. Es bleiben grossartige Textzeilen wie: «Rot-weisser Bikini, Flasche Rosé. Olé, olé, olé.»
Ich habe die nette Frau von der Fifa noch gefragt, ob vielleicht für den Rest der WM gleich der ganze Song zensiert werden könnte. Aber irgendwie hatte sie da kein Musikgehör.

Florian Raz berichtet in der Kolumne Poputschik (Russisch für «zufällige Reisebekanntschaft») von der Fussball-WM.