Zürich-BahnhofstrasseSo kam vor 30 Jahren der neue McDonald's an
Die McDonald's-Filiale an der Bahnhofstrasse muss Ende März schliessen. Bei der Eröffnung 1986 imponierte den Medien die «computergesteuerte» Pommes-Friteuse.
Die Nachricht traf diese Woche viele Gäste des McDonald's an der Bahnhofstrasse schmerzlich: Ende März muss das eigentlich gut laufende Restaurant schräg gegenüber dem Globus schliessen. Die Eigentümerin wollte den auslaufenden Vertrag nicht erneuern. Sie plant in dem Lokal künftig Boutiquen.
Damit endet eine Ära, die vor ziemlich genau 30 Jahren begonnen hatte, genauer am 18. September 1986. Damals eröffnete McDonald's hier sein drittes Stadtzürcher Restaurant nach dem Stauffacher (1981) und dem Niederdorf (1985) – an einer absoluten Toplage zwischen den grossen Warenhäusern.
«Bittibätti machen in den USA»
Der neue Player sorgte vor allem bei Jelmoli für Zittern. Wo sich heute der Zara-Eingang befindet, unter dem grossen Vordach, gab es damals rund ein Dutzend verschiedene Take-away-Stände – an einem waren auch diverse Burger erhältlich. Der Standinhaber zeigte sich in einem Zeitungsbericht kämpferisch: «Ich kann mein Sortiment jederzeit ändern, doch bei McDonald's müssen sie jedes Mal zuerst in den USA Bittibätti machen.»
Die NZZ war am Eröffnungstag beeindruckt von der Einrichtung: In der Tat sei «hübsches Birnbaumholz, Granit für die (zu kleinen) Tischchen und Holz für Bistrostühle» verwendet worden. Der damalige McDonald's-Generaldirektor wurde denn auch mit den Worten zitiert: «Es ist nichts mehr aus Plastik.»
Wobei letzteres nicht auf alles zutreffe, wie die NZZ mäkelte: «Denn die mit Speis und Trank gefüllten Behälter, die man durch die Gegend tragen muss, sind nach wie vor aus Kunststoff.» Freude hatte die Zeitung dafür am Ausblick auf die Bahnhofstrasse.
Drei Minuten und fünf Sekunden
Auch der Tages-Anzeiger war von der Einrichtung angetan: «Der vornehmen Umgebung entsprechend, präsentiert sich das Schnellimbissrestaurant mit viel Holz (einheimischer Birnbaum), kleinen, runden Marmortischchen und historischen Bildern.» Geblieben sei das «typische amerikanische Angebot»: Hamburger verschiedener Grösse, Shakes oder auch Pommes Frites.
Zu den Pommes notierte der NZZ-Journalist, dass die extra dafür vorgesehene Friteuse «computergesteuert» ist - und somit weiss, dass der Kochprozess nach drei Minuten und fünf Sekunden abgebrochen wird. Auch würde dem Personal, das die Hamburger zubereitet, «mit Computerschrift» mitgeteilt, was es zu tun habe.
Das Fleisch des Burgers übrigens war dem Schreibenden zu trocken. Er schwärmte dafür in den höchsten Tönen vom Roastbeef, garniert mit grünen Böhnchen. Dieses gab es natürlich nicht bei McDonald's, sondern im nahen Bahnhofbuffet – eingeladen dazu hatte aber die Restaurant-Kette.