Zwei Alben in einem Jahr: Lo & Leduc – «Musik sollte sich nicht nach Businessplänen richten»

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Zwei Alben in einem JahrLo & Leduc – «Musik sollte sich nicht nach Businessplänen richten»

Das Mundart-Popduo Lo & Leduc geht mit seinem neuen Album auf Tour. Danach gibts dann für die beiden Berner eine Pause. Warum sie diese brauchen, erzählen sie 20 Minuten.

Darum gehts

  • Popduo Lo & Leduc geht mit seinem neuen Album «Luft» auf Tour.
  • Es ist bereits das zweite Album in diesem Jahr. Im Februar erschien ihr Longplayer «Mercato».
  • Nach der Tour wollen die Berner Jungs im Herbst eine Pause einlegen.

Erst im Februar brachten die Schweizer Hitmacher Lorenz Häberli (36) und Luc Oggier (33) alias Lo & Leduc ihr Album «Mercato» raus. Vergangene Woche überraschten die beiden Berner ihre Fans mit einer weiteren neuen Platte – «Luft». «Wir haben über mehrere Jahre zeitgleich an ‹Mercato› und ‹Luft› gearbeitet», erzählt das Popduo im Interview mit 20 Minuten.

Sie betonen aber, dass die beiden Platten nicht im selben Jahr fertig wurden. Ob das strategisch klug war, sie im selben Jahr zu veröffentlichen, lässt sich diskutieren. Die Jungs sind aber überzeugt: «Musik sollte sich nicht nach optimierten Businessplänen richten. Und wenn sich Luft komprimiert, braucht sie ein Ventil.»

Nicht auf Hit-Jagd

Mit «079» schrieben Lo & Leduc einen gewaltigen Hit. 2018 stellten sie mit dem Song sogar einen Schweizer Chartrekord auf und verteidigten Platz eins für satte 21 Wochen. Ihr Hit wurde damals mit sechsfach Platin ausgezeichnet. Doch wie knüpft man an einen solchen Erfolg an? Oggier stellt klar: «Quantitativ wird nichts daran herankommen. Hätten wir aber primär den nächsten Hit gesucht, dann hätten wir definitiv ein anderes Album gemacht.» Häberli ergänzt: «Qualitativ gibt es immer viel Luft nach oben.»

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«Wir waren bisher nicht gut im Pausemachen»

Nach der Veröffentlichung von «Luft» gehts auch schon auf Tour. Diese soll zehn Konzerte, unter anderem in Herisau, Basel, Solothurn und Baden, umfassen. Die ersten Konzerte sind bereits ausverkauft, darunter der Tourauftakt im Wetterhorn in Hasliberg BE, die beiden Plattentaufen im Berner Dachstock sowie die Konzerte im Salzhaus in Winterthur und der Schüür in Luzern. 

Im Herbst planen die Mundart-Musiker dann eine Pause. Doch wie lange diese dauern wird, sei dahingestellt. «Wir waren bisher nicht wirklich gut im Pausemachen», verrät Häberli. Oggier ergänzt: «Vieles ist offen.» Tatsächlich hat das Duo in dieser Zeit vor, nach New York zu reisen. Grund dafür sei ein Studienaufenthalt. «Ich erhielt im Herbst 2019 das New-York-Stipendium der Stadt Bern, das ich dann wegen der Corona-Pandemie im folgenden Jahr nicht antreten konnte», erklärt Oggier. 

Ob sie dann mit englischer Musik ihre Alben aufrüsten, sei allerdings unwahrscheinlich. «Es gibt genügend Bands, deren Songs durch ihre begrenzten Englisch-Skills nicht unbedingt aufgewertet werden», erklärt Oggier. Allerdings seien die Musiker nicht kategorisch gegen den Versuch, in anderen Sprachen zu texten. «Asap Rocky sagte einst sehr treffend: ‹Since when it has become not cool to try?›, also seit wann ist es nicht cool, etwas auszuprobieren?»

Privates ist kein Thema

Sowohl Häberli als auch Oggier sind, was ihr Privatleben angeht, sehr zurückhaltend. Auf die Frage hin, warum das so sei, sind sich beide Musiker einig: «Wir denken, dass man die mediale Aufmerksamkeit besser für andere Themen nutzt. Unsere Lieder sind aber immer wieder durchaus persönlich.» 

Das Album «Luft» von Lo & Leduc ist ab sofort überall erhältlich. 

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