Die ersten zehn Minuten nach der Pause waren im Kantonsderby zwischen dem FC Zürich und dem FC Winterthur (0:0) wohl die besten des ganzen Spiels. FCZ-Goalie Yanick Brecher musste einmal in Extremis retten. Winterthur kam über rechts mit Nishan Burkart. Der schnelle Flügelspieler zog in den Strafraum und zog aus spitzem Winkel ab. Brecher konnte gerade noch so das Bein ausfahren und den Ball mit seinem Fuss abwehren. So hielt der FCZ-Keeper die 0.
Marvin Keller und Yanick Brecher. Die beiden Torhüter verhinderten mehrmals mit starken Paraden einen Gegentreffer für ihre Mannschaft. Besonders zu Beginn der zweiten Halbzeit zündeten der FCZ und Winti ein regelrechtes Chancen-Feuerwerk. Keller und Brecher konnten sich gleich mehrmals auszeichnen.
Schwierig hier eine bessere Mannschaft zu bestimmen. Wirkliche Highlights suchte man in der ersten Halbzeit vergebens. Der FCZ hatte mehr Ballbesitz und versuchte das Spiel zu diktieren. Winti war aber aufsässig und kam immer mal wieder über die Flügel in die gefährliche Zone. In der zweiten Halbzeit erwachten beide Mannschaften und kamen zu guten Chancen. Die beiden Torhüter hielten aber ihre Kasten dicht.
SRF-Kommentator Sascha Ruefer wählte derweil harte Worte. Er sagte beispielsweise: «Es ist und bleibt kein gutes Spiel.» Oder: «Eigentlich ist das ein ganz mieses Fussballspiel.»

Wer in die Tor-Statistiken des FC Winterthurs schaut, staunt nicht schlecht. Der FCW hat in jedem seiner letzten 19 Auswärtspartien in der Super League ein Tor erzielt. Das letzte Mal torlos in der Fremde blieb Winti vor fast genau einem Jahr. Am 1. April 2023 musste sich der FCW gegen Basel mit 0:2 geschlagen geben.
Fehlanzeige.

Was ist bloss mit Servette los? Geht den Genfern auf der Zielgeraden im Meisterkampf die Puste aus? Nach der Niederlage am Osterwochenende gegen den FC Winterthur verlor das Team von René Weiler auch am Mittwochabend. Gegen Schlusslicht FC Stade-Lausanne-Ouchy gab es ein 1:2.
Ouchy ging kurz vor der Pause aus dem Nichts in Führung. Ajdini tankte sich links im Strafraum durch und hämmerte den Ball unter die Latte. Es war der 8. Saisontreffer für Ajdini. In der Folge rannte Servette an, doch der Ausgleich wollte den Genfern lange Zeit nicht gelingen. Kurz vor Schluss war es dann Guillemenot, der den Ausgleich schoss. Dabei blieb es aber nicht - Ouchy schockte Genf erneut. Dieses Mal traf Damascan. Servette sah am Ende noch eine Gelb-Rote-Karte.
Durch die Niederlage hat YB am Donnerstagabend gegen GC die Chance auf vier Punkte davonzuziehen. Zudem spüren die Genfer immer mehr den Atem der Tessiner, die nun nur noch zwei Punkte hinter Servette liegen und sich somit voll im Meisterkampf befinden. Und Ouchy? Das Schlusslicht lebt. Mit einem Spiel mehr haben die Westschweizer nun nur noch sieben Punkte Rückstand auf GC.
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Nino Vinzens (nvi) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Seine Expertise hat er hauptsächlich im Fussball- und Ski-Bereich.
Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredakteur und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.