Tag der guten TatEin Leben für die Tiere: Monika lebt mit fast 50 Katzen
Monika rettet pro Jahr 80 Katzen. In ihrem Haus in Appenzell Ausserrhoden leben heute 43 – einige bleiben für immer, andere suchen ein neues Zuhause.
Darum gehts
- Monika (65) engagiert sich seit über 40 Jahren im Tierschutz.
- In ihrem Haus mit Aussengehege betreut sie Katzen - sowohl feste Bewohner als auch solche, die auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind.
- Ihr Alltag ist streng durchgeplant: Putzen, Füttern, Pflegen und Vermitteln gehören dazu.
- Die Versorgung der Katzen kostet viel Geld, denn jede wird geimpft, gechippt und kastriert.
- Spenden helfen, aber reichen oft nicht aus, um alle Ausgaben zu decken, wie die 65-Jährige sagt.
Schon von aussen ist klar: Hier wohnen nicht nur Menschen. Vor dem Haus stehen Katzenfiguren aus Holz und gleich dahinter ragt ein grosses Aussengehege in die Höhe – dort sonnen sich mehrere Stubentiger auf Holzplattformen oder beobachten neugierig die Strasse. Wer zu Monika Riepl kommt, taucht ein in eine Welt, die den Katzen gehört. Denn zusammen mit ihrer Partnerin Anita Kraner führt sie den «Chratzbom Ebni – Verein für in Not geratene Katzen».
Monika ist 65 Jahre alt, seit kurzem pensioniert – doch ihre Tage sind durchgetaktet wie eh und je. Seit über 40 Jahren widmet sie sich dem Tierschutz, speziell den Katzen. «Als Kind durfte ich keine haben», erzählt sie, «aber sobald ich konnte, habe ich angefangen, Katzen-Findelkinder aufzunehmen, sie aufgepäppelt und weitervermittelt.»
Heute lebt sie mit 43 Katzen auf 210 Quadratmetern, verteilt auf drei Etagen – dazu kommt ein 40-Quadratmeter-Aussengehege. Rund 22 Katzen leben fest bei ihr, andere warten vorübergehend auf ein neues Zuhause. Wie viele sie in all den Jahren gerettet hat, kann sie nur abschätzen. «Es sind sicher 80 im Jahr», meint sie. «Und platziert habe ich immer fast alle.»
Ein Tag bei Monika
Ihr Alltag beginnt um 8.30 Uhr. «Da erlaube ich mir, auszuschlafen», sagt sie mit einem Schmunzeln. Um neun kommen die ersten Helfer und Helferinnen, die beim Putzen helfen – und das ist keine Kleinigkeit: 14 grosse Katzenklos, gefüllt mit je 20 Litern Streu, werden zwei- bis dreimal am Tag gereinigt. Um elf wird gefüttert, später betreut Monika das Büro oder empfängt Interessierte, die eine Katze adoptieren möchten.

«Am Abend gibt es nochmal Futter und frische Toiletten – und dann habe ich endlich Zeit für mich. Beziehungsweise für uns. Ich lege mich auf die Couch, und die Katzen kommen von allein. Sie leben mit mir, und ich mit ihnen.»
Kein Urlaub, aber viel Verantwortung
Ferien habe sie schon lange nicht mehr gemacht. Zu viel zu tun, zu viele Tiere, die auf sie angewiesen sind. «Ich kann mich auf meine Helfer verlassen, aber ganz ohne mich geht es einfach nicht.» Auch finanziell sei das Projekt eine Herausforderung. Jede Katze wird geimpft, gechippt und kastriert. Unterstützung gibt es in Form von Spenden, aber oft reiche es kaum.
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Zu den schwersten Momenten zählt für Monika ein Fall aus einem überforderten Gnadenhof. «Eine verwahrloste Katze, 16 Jahre alt, Haut und Knochen, Fell ausgefallen, voller Milben, Pilz auf der Haut. Ich habe sie aufgenommen, sie hat nur noch gefressen – aber es war zu spät. Eine Woche später musste ich sie einschläfern.»
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Solche Erlebnisse gehen nicht spurlos an ihr vorbei. «Ich weine oft. Aber es muss weitergehen. Es sind so viele Katzen, die einen brauchen. Ich bin stolz, auch wenn es manchmal nur kleine Erfolge sind. Aber es sind meine.»
Hoffnung, Liebe und ein bisschen Trotz
Trotz der Belastung denkt Monika nie ans Aufhören. «Ich mache das, bis es nicht mehr geht.» Hoffnung schöpft sie aus den Momenten, in denen «wilde» Katzen zahm werden. «Es braucht nur Liebe und Geduld. Und dann wundern sich die Leute und sagen, das hätten sie nie gedacht.»
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Eine Katze habe sie besonders geprägt: Filou. «Er sah schlimm aus, wurde vermutlich aus einem fahrenden Auto geworfen. Wir haben ihn behandelt und gepflegt, zehn Jahre war er bei mir. Und vor zwei Jahren ist er in meinen Armen gestorben.»
Ein Blick in die Zukunft
Monikas Appell an die Gesellschaft ist klar: «Man soll sich gut überlegen, ob man wirklich ein Tier will. Katzen kosten, brauchen Zeit und dürfen nicht allein gehalten werden! Kastrieren und chippen ist so wichtig.» Für die nächsten Jahre wünscht sie sich vor allem eins: «Dass ich noch lange durchhalte. Dass ich die Kraft habe, mit den Tieren – und mit den Menschen – weiterzumachen.»
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Deborah Gonzalez (dgo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten. Einerseits schreibt sie für das Ressort Community und andererseits ist sie Print-Produzentin.
